#192 Wie politisch darf ich bei der Arbeit sein? – mit Jens Brünink
Shownotes
Diese Folge ist eine Live-Aufnahme direkt vom LSP Barcamp 2026. Dich erwarten die Gedanken von Johanna und Jens zu der Frage: Wie politisch darf ich bei der Arbeit sein? Ein spannendes Gespräch zwischen zwei Workshoppern, das zum Nachdenken anregt.
Du willst beim nächsten LSP Barcamp live dabei sein? Die Anmeldung für 2027 ist offen.👇
Hast du noch Fragen zum Thema? Jens und Johanna freuen sich über eine Nachricht von dir auf LinkedIn. 👇
Transkript anzeigen
00:00:11: Herzlich willkommen zu Unboxing New Work, deinem Podcast für besseres Arbeiten.
00:00:15: Mein Name ist Johanna und ich möchte gemeinsam mit meinen Kolleginnen herausfinden wie modernes Arbeiten Menschen erfüllt und Unternehmen erfolgreich macht!
00:00:23: Bei Hello Agile begleiten wir Menschen und Organisationen auf ihrem Weg zur New Work- und agilem Arbeit.
00:00:28: Denn New Works viel schichtiger als es auf den ersten Blick scheint – und in diesem Podcast tauchen wir gemeinsam in all seine Facetten ein….
00:00:35: Mich kennt ihr hier vielleicht schon aus den OKR-Folgen, ich bin Johanna und heute bin ich aber in anderer Mission hier.
00:00:40: Ich begleite nämlich auch Organisationen ganz außerhalb von OKR dabei Komplexität nicht wegzumoderieren sondern besprechbar zu machen.
00:00:48: Als Agile Coach arbeite ich mit Systemischer Organisationsentwicklung Lego Series Play und einer Menge Radical Candler.
00:00:55: Wer mich bucht, wird also nicht reibungsfrei durchgezogen sondern herausgefordet.
00:00:59: Und apropos LSP wir sind heute auf dem Barcamp auf dem Lego Series play Barcamp und hier sitzt mir heute Jens Brünig gegenüber.
00:01:08: Jens baut hauptberuflich Workshops und er glaubt fest daran dass kein Prom der Welt das ersetzt was passiert wenn Menschen im Raum wirklich aufeinander treffen.
00:01:15: Er denkt So habe ich es jedenfalls rausbekommen, dass die Zusammenarbeit von Menschen her gedacht werden muss.
00:01:21: Und zwar empathisch, methodisch und mit einer ordentlichen Portion Don't Talk.
00:01:24: Du!
00:01:25: Privat steht er lieber im Moschpitz zum Beispiel bei Rock gegen Rechts was vielleicht schon viel darüber sagt wie Erhaltung versteht.
00:01:32: und genau das wollen wir heute auch ein bisschen ausleuchten und zwar wie per politisch darf oder muss Arbeit sein vor allem wenn man als Workshop ein Unternehmen unterwegs ist.
00:01:42: Vorher aber eine kleine Check-in.
00:01:44: Frage an Jens um reinzukommen.
00:01:46: Jens, Musik!
00:01:48: Als großer Teil des Lebens?
00:01:49: Welchen Song muss man gehört haben, um dich ein kleines Stückchen besser zu verstehen?
00:01:55: Es gibt einen Song der nennt sich alle meine Freunde und diesen Songtitel haben sich sowohl die Band ZSK als auch die Band Jackpot ausgesucht.
00:02:04: Die gehen beide dann so bisschen in unterschiedliche Richtungen heißen beide all meine Freunde Und die würden es in der Kombination ganz gut beschreiben glaube ich
00:02:13: In der Kombination, okay.
00:02:15: Also ist es der Text?
00:02:16: Der ist ausmacht... Es ist der Text, ja!
00:02:19: Alle meine Freunde von Jackpot da geht's ein bisschen darum, dass man doch seinen Dingen einfach durchziehen sollte auch gegen vermeintlich wohl gemeinte Widerstände in andere Stächen.
00:02:31: und das geht da weiter.
00:02:33: alle meine Freunde sagen lasst die Scheiße doch mal sein Aber man macht's halt schon irgendwie trotzdem, wenn man dann glaubt.
00:02:39: Wenn man so die eigene Mission für sich klar hat, dann sagt man hey komm ich zieh das jetzt trotzdem durch.
00:02:44: und von ZSK da sind wir bei dem heutigen Thema.
00:02:45: Da geht es weiter.
00:02:46: alle meine Freunde hassen die AfD.
00:02:50: Ausrufe zeichen,
00:02:50: ausrufe Zeichen!
00:02:52: Dann lass uns doch direkt ein bisschen reinkommen, das war glaube ich schon super Stichwort.
00:02:56: weil Jens wie hatten eigentlich noch nie wirklich was miteinander zu tun?
00:02:59: Wir haben wieder miteinander gearbeitet noch hatten wir einen Workshop zusammen aber ich weiß dass du als alter Kumpel, alter Hello Agile Hase quasi schon in einigen von den Workshops unterwegs war.
00:03:09: Auch sehr erfahrener vor allem LSP Facilitator bist und ich aber bei LinkedIn vor allen Dingen immer gesehen habe wenn du postest was du postes dachte mir so ach krass will ich auch will ich lauter werden.
00:03:22: also du bist ja jetzt nicht leise sondern du bist recht offen mit deiner politischen oder auch gesellschaftlichen Haltung.
00:03:28: wie gehen deine Kundinnen
00:03:29: damit um?
00:03:32: Ich glaube nicht, dass ich das pauschal beantworten kann.
00:03:34: Insofern er ist freut mich, dass das gesehen wird, dass du das siehst.
00:03:38: In der Anmoderation waren auch ein paar Zitate von meinen letzten Postingserweichen.
00:03:42: Du hast Rocking-Rechts erwähnt.
00:03:44: Das war halt gerade vor ein paar Wochen, findet immer in Oldenburg statt.
00:03:48: feststehender Termin in meinem Kalender tatsächlich und ja... ...ich bin halt offen in der Sache und finde halt auch, dass es wichtig ist.
00:04:00: Es gehört halt zu mir.
00:04:02: Wer mit mir arbeiten möchte, wer mit mir zusammenarbeiten möchte, der kriegt den Authentischen ganzen Jens mit seiner Workshop werft.
00:04:11: Und da gehört halt so diese Haltung dann auch dazu und ich habe mir das vor Jahren eigentlich schon ein bisschen angeeignet als ich angefangen hatte bei LinkedIn was zu machen immer so ein bisschen etwas Persönliches mit einzustreuen.
00:04:24: Das waren jetzt zu Anfang gar nicht unbedingt diese Ansichten, aber dann hört sich das immer mehr so in die Richtung entwickelt.
00:04:30: Und es gehört für mich dazu einfach ein lebendiges echtes Bild zu zeichnen und bei den Menschen mit denen ich zusammen arbeite auch mit den Kundinnen, gerade mit den Menschen, die dahinter stehen gar nicht so unbedingt mit den Organisationen nämlich dass schon durchaus als positiv war also ich sehe ja die Likes oder die Kommentare
00:04:52: findet Anklang auf jeden Fall.
00:04:54: Ja, vielleicht ist es auch so... Es wird sicherlich auch Menschen geben, die sagen Boah, was erzählt der denn da jetzt?
00:05:00: Finde ich überhaupt nicht gut, was der da macht?
00:05:02: oder finde ich nicht gut dass das überhaupt in der Form publik gemacht wird, transparent gemacht wird?
00:05:10: und wenn das dazu führt, dass jemand nicht mit mir zusammenarbeiten möchte dann kriege ich das ja ins Zweifel gleich mit.
00:05:16: Ich hatte noch nie diese Situation, dass sie jemand gesagt hat Boah Jens wir würden gerne einen Workshop mit dir machen Aber wir haben hier einen Stopp gekriegt von der Geschäftsführung, weil die das doof finden wie du dich positionierst.
00:05:29: Ist mir noch nicht passiert so!
00:05:30: Ja.
00:05:31: aber es ist ja auch ganz schön zu suchen sich ja auch die Unternehmen oder die KundInnen denen aus der eben authentisch zu ihnen passt.
00:05:36: also das ist ja eigentlich dann das positive dass dir auch viel mit Menschen dich umgibst den man zumindest mindestens mit dir und deinen Ansichten und deine Haltung matchen.
00:05:47: Ja, das möchte man ja auch.
00:05:49: Ich möchte gerne mit Leuten zusammenarbeiten, mit denen man gut kooperieren kann, kollaborieren kann und da gehört unsere gewisse Einstellung dann schon dazu.
00:05:58: Das heißt aber nicht, dass jede Person die mir in einem Workshop zusammensitzt oder damit ich die Vorgespräche führe und mit dem wir nachher einen Vertrag eingehen.
00:06:08: Am Ende ist es eine Geschäftsbeziehung eingeht, dass sich die vorher einer politischen Gesinnungs-Zest Unterziehe und erst mal gucke, wählt der Mensch denn dieselbe Partei wie ich?
00:06:22: Wir waren kein Valomad vorher.
00:06:24: Oh das
00:06:24: wäre
00:06:26: gespannt!
00:06:28: Weiß nicht... Das muss ich auch nicht jedes Mal ergründen aber an manchen Stellen bin ich halt dann durchaus straight Und wenn da eine Reaktion kommt, dann kommt man manchmal ins Grübeln.
00:06:42: Aber meistens erlebe ich das halt durchaus Positiv, dass dann so kommt.
00:06:46: Hey Mensch, habt das gelesen oder den Button auf deiner Tasche finde ich cool und
00:06:50: sowas?
00:06:51: Ja wie ist es denn also?
00:06:54: du hast auch gesagt, dass die im Zweifel ja gar nicht wirklich sich dir äußern quasi, dass wegen dem Posting wollten wir das nicht.
00:07:00: Wie ist es dann andersrum?
00:07:02: Hast Du eine kleine Liste an Menschen, an Organisationen, an Zusammengruppierungen?
00:07:09: Du brauchst jetzt nicht öffentlich nennen aber wo du sagst hey mit ihnen wird auf gar keinen Verarbeiten.
00:07:16: Ja, es ist schon so dass ich das schon mit meinem Werte-Canon irgendwie matchen möchte.
00:07:22: und Organisationen die für gewisse Dinge stehen.
00:07:25: Die möchte ich nicht in meiner Referenzliste haben.
00:07:30: Jetzt bin ich natürlich in der Situation wenn ich jetzt meine Workshop Werft anschaue da kann ich mir das im Zweifel aussuchen.
00:07:34: So!
00:07:35: Jetzt ist nicht so, dass sich die Anfragen und Aufträge so stapeln, dass ich da selektieren muss oder darf.
00:07:45: Aber trotzdem würde ich mir die Freiheit nehmen, wenn da ein Unternehmen dabei ist, wo ich sage okay.
00:07:51: Die stehen für Dinge, die nicht für mich stehen wie keine Ahnung, die machen so offensichtliches Greenwashing oder Pinkwashing und so.
00:08:00: Dann kann ich das entscheiden!
00:08:04: In der ganze Zeit lang war die Situation auch anders, da war ich angestellt in einem ganz normalen Angestellten Verhältnis und dann bin ich ja auch weißungsgebunden.
00:08:11: So, und wenn von der Führungskraft sagt so wir haben jetzt hier Job-Projektungs Y mit Geschäftspartner Z. Und die brauchen halt... Da sind deine Skills gebraucht und dann ist es halt schwieriger das irgendwie abzulehnen.
00:08:28: Wobei ich auch das mal gemacht habe.
00:08:30: Ja?
00:08:30: Ja da war halt Auftrag aus einer gewissen Branche.
00:08:36: Ich sag das möchte ich nicht weil ich dann weiß Es würde mich im Doing auch Behindern stören.
00:08:45: So, ich könnte dann nicht frei arbeiten.
00:08:47: Weil ich dann immer denken würde so, ah, ich hätte das immer irgendwie im Hinterkopf.
00:08:50: und dann habe ich gesagt, dass müssen wir irgendwie auflösen?
00:08:54: Und dann war ich ja nicht alleine mit dem Team gearbeitet.
00:08:56: Dann habe ich halt gesagt Mensch, Markus, komm mal her!
00:09:01: Wir haben hier diese Anfrage... Ich kann das nicht bringen, ich kriege es nicht zusammen.
00:09:05: Kannst du das
00:09:05: übernehmen?".
00:09:06: Und der sagte, ich hatte jetzt keinen Schmerz mit und er hat's dann übernommen.
00:09:09: und so haben wir das dann gelöst.
00:09:11: aber es ist tatsächlich so Dass ich da, wo ich in meinem links-grün-versifften Herzen muss, Platz für seinen Auftrag.
00:09:22: Wenn das nicht matcht, dann
00:09:23: mach' ich's nicht!
00:09:24: Das ist auch schon jetzt anderthalb, zwei Jahre her.
00:09:28: Da saßen wir irgendwann mit Hello New, also Agile und Design im Garten und haben gegessen und hatten genau diese Diskussion von wem würden wir ablehnen?
00:09:37: Und sind so ein bisschen die Parteien erst mal durchgegangen als Grundverständnis.
00:09:41: Auf der einen Seite waren wir uns sehr, sehr einig gewesen und dann aber in die andere Richtung wurde es immer schwammiger!
00:09:47: Gibt es jemanden, der uns zu extrem wäre?
00:09:50: Würden wir dann auch noch bei den, ich sag mal alteingesessenen Altparteien sagen, boah nee.
00:09:54: Und das fand ich auch sehr, sehr spannend weil wir da sehr unterschiedliche Meinungen hatten wo ich's sehr klar gesagt hat ne das würde ich nicht machen.
00:10:01: und auch wenns herstellende Unternehmen sind von zum Beispiel Rüstungsindustrie.
00:10:06: Auch da fand ich gespannt dass natürlich auch andere Meinungen herrschten und man sich eben darüber austauschen konnte.
00:10:12: ist das aber zum Beispiel was wo du auch sagst hey Das würde ich ansprechen, wenn ich zum Beispiel die Anfrage bekomme.
00:10:20: Würdest oder warst du schon mal in dem Moment wo du gesagt hattest deswegen möchte ich das ablehnen?
00:10:24: Oder sagst du dann einfach nie, wir haben keine Zeit passen irgendwie nichts zusammen also musst du es dir schon mal so offen quasi darlegen?
00:10:33: Achso!
00:10:34: Dass auch die Berundung dafür ist In dem Fall den ich gerade geschildert hatte da ist es ja nachher zu dem Auftrag gekommen.
00:10:43: Da habe ich's als intern sehr klar gemacht warum ich das nicht möchte.
00:10:46: Also meinem Kollegen gehen wir über, damit der das auch weiß.
00:10:49: Weil es vom Fit her wäre es halt mein Job gewesen.
00:10:53: Aber sonst gegenüber dem Kunden würde ich glaube ich eigentlich den ein bisschen aufhandsärmeren Weg gehen und es einfach ablehnen ohne dann wirklich da jetzt so reinzutrillen weil ich glaube nicht dass Das wird nichts bringen, wenn jetzt so eine Organisation kommt und die mit etwas machen wollen.
00:11:17: Und ich sage es passt nicht dafür wofür ihr steht stehe ich nicht.
00:11:24: was mache ich damit?
00:11:25: also ich zeige schon warum ich das ablehne und bin dann für mich damit im reinen.
00:11:31: aber auf der anderen Seite würden dir sagen ja toll ja dann suchen wir uns halt jemanden lassen.
00:11:35: Die ändern für sich ja nichts.
00:11:36: Die bestätigen
00:11:37: sich nur das was sie schon
00:11:38: gesehen haben.
00:11:40: Der Beginn findet aber irgendwie unter Unternehmenswerte ganz doof oder unseren Wertkanon, das wofür wir stehen.
00:11:48: Dann ändern wir es jetzt mal und machen einen Schiff in unserem Geschäftsmodell.
00:11:52: Bitte!
00:11:52: Das macht ja keiner.
00:11:53: Insofern glaube ich ist das dann auch irgendwo für mich.
00:11:56: die Energie möchte ich dann nicht
00:11:58: raushauen.
00:11:59: Konzentriere mich lieber andersherum
00:12:01: im positiven Sinn.
00:12:02: Du hattest gerade auch die Werte angesprochen?
00:12:04: Es ist so eine nächste Frage, die ich vorbereitet habe... Harmonie versus Werte.
00:12:10: Wo verläuft die Grenze, um auf der Arbeit die Klappe zu halten?
00:12:17: Ja wo voll läuft dann eine Grenze?
00:12:19: Das ist halt auch schwimmend auf der arbeit oder das auch im privaten Raum ja auch.
00:12:25: Ich glaube man muss halt Standing haben und offen sein und dann auch ich sage mal heutzutage den Mund aufmachen wenn man Äußerungen erfährt, die gehen gar nicht, wo menschenfachende Äuzerungen getätigt werden alles Positionen vertreten werden, die jeder so blau-braune Anstieg haben.
00:12:49: Und dann ist es schon ein Unterschied mit wem ich da jetzt spreche bin in einem rein beruflichen sehr geschäftlichen Kontext wo wirklich nur also wo man zwischendurch gar nicht so interagiert und im privaten Umfeld ja auch redig jetzt mit dem bekannten drei Häuser weiter auf den Nachbarschaftsfest oder red ich gerade mit meinem besten Buddy, den ich eigentlich seit Kindergarten-Tagen kenne und wo ich irgendwie merke der driftet grade in so eine Richtung ab.
00:13:16: Insofern ist die Gänze da ne andere und auch im beruflichen Kontext würde ich das auch anders sehen.
00:13:23: es gibt halt immer Menschen mit denen man enger zusammenarbeitet, wo man auch ein großes Empathie Level hat.
00:13:31: Ich empatiere Sympathie-Level ist heute das bessere Wort.
00:13:34: Und wo man vielleicht eher mal sagt, hey was hast du in der Drack gesagt?
00:13:36: Wie meinst denn das?
00:13:37: Ja.
00:13:37: Aber anderen würde ich jetzt mal sagen so ja okay, das nimmt man dann vielleicht mal hin und schaut da mal weiter.
00:13:46: war das überhaupt ernst gemeint.
00:13:47: Anders ist es wenn's wirklich hart übergriffige Sachen sind.
00:13:52: Rassismus, Sexismus, Ableismus geht gar nicht.
00:13:55: Dann ist es auch egal wer es ist.
00:13:56: Also dann würde ich halt den Mund aufmachen und das mal so spiegeln und sagen Hey!
00:14:01: Ist dir eigentlich bewusst was du da gerade rausgehauen hast?
00:14:03: Und so können wir gar nicht weitermachen.
00:14:07: Apropos Bewusstsein, einmal nur ganz kurz als Einschub kannst du kurz erklären was Ableismus ist?
00:14:11: Weil ich glaube Rassismus ist bekannt und Sexismus hoffe ich inzwischen auch.
00:14:15: Aber Ableismus ist glaube ich nicht so gläufig.
00:14:17: Das ist halt wenn man Menschen die mit körperlichen Beeinträchtigen zu tun haben oder in ihrer Umfeld da immer auf Grenzen stoßen dass das halt abschätzig bewertet wird und denen dann halt auch am Ende wie es ja schon mal war den halt das recht auf dem freies, ungeschwörtes Leben abgesprochen.
00:14:37: Das fängt zum Beispiel schon so an mit Begriffen wie da haben wir einen blinden Fleck?
00:14:41: Ja.
00:14:41: oder dass es behindert als Aussage negativ irgendwas zu konnotieren.
00:14:47: Sprache gehört auch schon mit rein und da ist vielleicht auch die Grenze.
00:14:51: das ist ja vielen gar nicht bewusst wenn man sowas sagt wir haben im blinden fleck.
00:14:56: blindheit ist halt so ein punkt wie so ein Militärschagong in die Unternehmenssprache ein
00:15:05: Fussgefohl
00:15:06: hat.
00:15:06: Da bilden sich Fronten, da muss man einen Schlachtplan entwickeln und so... Da kann man ja auch schon hingehen und sagen, müssen wir diese Worte verwenden?
00:15:14: Kann man das nicht anders nennen oder keine Ahnung, der wird für eine Ausschreibung bewerben und dann macht man einfach irgendwie... Dann macht man einen War-Room und so.
00:15:23: Ja, jetzt müssen wir hier so Klicksventur reinbringen, muss das sein?
00:15:29: Das kann man aber auch ein bisschen vielleicht ein bisschen lockerer sehen, aber am Ende ist es die Sprache, die das dann auch macht.
00:15:35: So und jemand der sagt oder haben wir einen blinden Fleck?
00:15:38: Das ist ja noch kein Applesismus.
00:15:41: Aber man denkt halt nicht darüber nach unbedingt.
00:15:45: Und wenn man sich da etwas bewusst macht, kann man mit der Sprache
00:15:49: schon viel ändern.
00:15:51: Ich finde auch genau den spannenden Punkt der Normalisierung.
00:15:56: Je öfter man als Mensch etwas hört oder etwas ausgesetzt ist wie zum Beispiel, ich sag jetzt mal diesen Kriegsjargon, desto normaler wird sich das, destso mehr verschiebt sich ja mein Blick in, naja wenn alle das nutzen scheint es ja in Ordnung zu sein und das geht in beide Richtungen, das geht einfach die unangenehme Richtung wo auf einmal alle mit Krieg und Gewalt irgendwie reden uns für allen Ordnung ist.
00:16:15: aber es geht hier auch in die andere Richtung sagen hey irgendwie ist mir das gerade ein bisschen zu gewalt.
00:16:22: Für mich hat das immer einen großen Teil auch meiner selbst, einfach mit Menschen über sowas zu sprechen.
00:16:27: Findest du aber als Workshopper oder Moderator, Facilitator?
00:16:33: Den sagt man ja oft voraus, sie müssen neutral sein!
00:16:35: Das ist dein Job, dass du neutral bist und allen dasselbe recht gewerst.
00:16:40: Wie siehst Du das gerade im Kontext, wo wir gerade drüber
00:16:43: sprechen?!
00:16:44: Ja, gerade bei diesen sprachlichen Dingen versuche ich einfach in meiner Art und Weise ein Vorbild
00:16:49: zu sein.
00:16:50: In dem ich selber solche... Versuche solche Vokabeln nicht zu nutzen?
00:16:54: Und da andere Alternativen zu finden die trotzdem passen.
00:16:58: Das ist genau so mit genderneutralem Formulierung.
00:17:04: Ich mache das einfach.
00:17:06: Da erntet sich vielleicht auch mal einen Nase rümpfen oder einen Augenrollen aber deswegen höre ich ja nicht auf,
00:17:14: damit das zu tun.
00:17:17: Ansonsten klar ist es auch immer so ein Asset, dass man mitbringt oder damit werbe ich dann ja auch als Stärke, dass sich sage Ich kann als exponierte Person mit einem anderen Blick in eine Situation gehen.
00:17:30: Ich kann anders einen Workshop facilitieren als jemand der in einer Organisation bei ist und dort irgendwo in der Hierarchie steckt.
00:17:39: und das tue ich halt alles nicht.
00:17:40: Insofern kann ich diese neutrale Stelle dann durchaus sein.
00:17:48: Naja, in dem Kontext weiß ich noch nie, dass ich da mit Leuten so einander gerasselt bin weil die so eine krasse Haltung in einem Workshop an den Tag gelegt haben, dass sie gesagt haben stopp jetzt geht es hier nicht weiter.
00:18:05: also diese rote Linie ist doch Also ich bin doch in kein Workshop gegangen und da saß noch niemand mit einem Thor Steiner T-Shirt.
00:18:11: So, weiß ich gar nicht was ich dann machen würde.
00:18:13: Ob ich dann sagen will von Digger das Ding muss aber ausziehen oder so?
00:18:18: Das trägert mich jetzt weil ich weiß... also wenn wer das nicht kennt, Thor Steine ist eine Marke von, Klamottenmarke von Nazis für Nazis.
00:18:27: Und das ist auch ganz offene ein Geschäftsmodell.
00:18:29: Und jene mit der sich das kauft macht das schon bewusst.
00:18:35: nur um das eben aufzuklären, was dahinter steckt.
00:18:39: Das hatte ich tatsächlich noch nicht.
00:18:41: Andersrum wenn ich mitkriege keine Ahnung die Reden in den Pausengesprächen, die man ja auch mithört und dann kommt eine Mitte und sagt gestern Abend waren wir noch hatten wir noch wieder Treffen von unserem Ortsverband der CDU und da haben wir dies dass und so.
00:18:54: Dann denk ich mir Ja ist okay wahrscheinlich vertreten wir hier unterschiedliche politische Ansichten aber das ist in einem Demokraten Spektrum, wo ich sage das ist völlig fein.
00:19:09: Und da bleibe ich auch als Moderator neutral und das ist ja dann am Ende werde ich auch ein Buch für eine Sache, für einen gewissen Ziel, einen gewisse Person.
00:19:17: Ein Zweck und ein Ziel zu erreichen in dem Workshop!
00:19:20: Das ist schon halt übergeworden.
00:19:22: Ich
00:19:22: weiß nicht einfach weg.
00:19:25: Das ist natürlich auch Teil dessen wie ich agiere und worauf ich meinen... Plan halt gemacht habe, wie ich dann umgehe mit den Leuten.
00:19:36: Du hast gerade gesagt es ist ja auch dein Job, dafür wirst du gebucht ja auch.
00:19:42: Wie siehst du das denn zum Beispiel auf Link?
00:19:44: Ich weiß nicht ob du dieselbe Erfahrung hast dass wir durch unsere Workshopper in einen Bubble sehr oft Gesprächen in Themen drin bin, die ich ein bisschen zu romantisch finde.
00:19:58: Zu verklärt finde und zu unehrlich finde weil sie viele Perspektiven eben nicht einschließen wie z.B.
00:20:03: Ableismus & Workshops ist ein Riesenpunkt über den kaum jemand spricht dass wir sehr wenig Inklusionsgedanken haben Weil durch unsere Methodiken die Methodiken so toll sind wie sie wollen aber nur wenn du eine Person bist die keine Einschränkungen hat.
00:20:16: Wie ist das für dich auf der LinkedIn Bubble?
00:20:18: Siehst Du da oft gegen Stimmen, die also sagen man das ist jetzt aber ein bisschen zu heftig.
00:20:22: Jetzt kommen wir ein bisschen runter.
00:20:24: oder ist es sogar vielleicht das Gegenteil dass Leute sich bei den melden Daumen hoch geben von denen du dachtest auch das Hedgebird bei denen jetzt irgendwie nicht gedacht.
00:20:34: Ich muss da gerade mal drüber nachdenken.
00:20:36: ich kenne diese Situation.
00:20:38: ich habe mal einen Workshop für eine Inklusionsagentur gemacht und da war genau der Punkt dass wir in den Vorgesprächen schon sehr so sensibel wie wir konnten sein Wo wir sein konnten gewesen sind, so grammatikalisch hoffentlich jetzt richtig.
00:20:55: Um im Vorgespräch rauszufinden auf welche Menschen treffen wir da?
00:20:59: und trotzdem war es im Workshop selber ein komisches
00:21:01: Gefühl
00:21:02: weil wir trotzdem das wir sagen hey wir machen die Gespräche hoch partizipative Methoden zett'.
00:21:08: Wir wollen alle mit reinbringen habe ich da gemerkt.
00:21:10: ne tun wir gar nicht!
00:21:12: Wir schließen mit der Methodik Menschen aus auch ohne dass wir das wollen.
00:21:18: Ich habe aber tatsächlich nur noch nicht irgendwie erlebt, dass man irgendwo in einer Diskussions-Forenen oder unter einem Linkenbeitrag mal kontrovers diskutiert wurde.
00:21:31: Das würde aber nicht heißen!
00:21:31: Ich maße mir ja nicht an alle Beiträge da irgendwie abzuscannen und mitzuerleben.
00:21:38: Und ich muss aber auch gestehen, ich hab da auch in die Richtung noch keinen Beitrag angestoßen in dem Sinne.
00:21:46: Man hat dann viel... positive Bestätigung, was man macht.
00:21:50: Man teilt irgendwas aus dem Arbeitsalltag oder kommt da oben hoch und ja gut gemacht.
00:21:55: Und auch wenn ich Dinge neben dem Beruf teile wie du anfangs genannt hattest ein paar Sachen die so meine Einstellungen widerspiegeln dann freue mich natürlich über Leute die das positiv bewerten oder kommentieren.
00:22:13: es war aber noch nie so dass sich dass ich unter einem Beitrag von mir irgendwie Hate Speech entwickelt hätte und ich konnte gekriegte davon irgendwelchen anderen Menschen, die gesagt haben Boah ey Bruno hat die Fresse.
00:22:24: Nein weit weg Nullo.
00:22:25: Das wäre jetzt
00:22:28: auch so ein bisschen meine Anschlussfrage gewesen.
00:22:29: Hattest du denn irgendwann mal Angst gehabt oder Bedenken?
00:22:33: So offen mit deiner politischen Haltung im Arbeitskontext umzugehen?
00:22:39: Nein Angst nicht.
00:22:43: Es gab durchaus.
00:22:45: Es läuft dann ja vielleicht mal auf eine Konfrontation heraus.
00:22:48: Also nicht nur, ich mein Link in So What Ne?
00:22:50: Wenn da jemand was schreiben könnte, kann ich entsprechend reagieren den Menschen blocken, entsfolgen, was man da so machen kann und da ist man meist weit genug weg.
00:23:01: Da geht es vielleicht auf anderen Plattformen bestimmt Raviata zu.
00:23:08: auch da kann ich gar nicht aus der Erfahrung sprechen im Arbeitskontext.
00:23:14: Auch da hat das noch keiner persönlich angesprochen.
00:23:18: Es gab mal Situationen, dass sich Menschen hinten rum beschwert haben darüber wie ich mich darstelle.
00:23:25: Das würde sicher nicht geziemen Wie ich mich als Privatperson auf wirkliche Darstelle weil das ja auch Rückschlüsse auf den Arbeitgeber.
00:23:33: Ich bin da ja jetzt kann man ja in der Wieter sehen.
00:23:35: Da steht er drin arbeitet bei so und da gab es jemanden der sich da Beschwerter.
00:23:39: ich weiß nicht wer das war.
00:23:40: Das hat man mir nicht transparent gemacht.
00:23:45: Es lege eine Beschwerde vor so und dem ist man dann begegnet, indem man gesagt hat ja sorry das ist immer noch der LinkedIn Account von Jens Brunik privatpersonen.
00:23:57: Und es ist nicht der Firmen LinkedIn Account.
00:24:00: und was der da schreibt das ist schon selber überlassen ging aber dann auch soweit dass man mich mal nahegelegt hat.
00:24:12: An der Wand hinter mir, die man beim Videocroll gesehen hat, hatte ich eine Regenbogenflagge mit dem Kein Bock auf Nazis.
00:24:19: Wie kannst du nur?
00:24:20: So und da war so... Also ob das denn jetzt sein muss!
00:24:24: Es hätten sich ja schon Leute beschwert, das haben wir ja einfach.
00:24:27: aber ob das jetzt sein müssen.
00:24:29: Ich habe gesagt hey Leute überlegt mal bitte für wen ihr da jetzt gerade Partei ergreift und wie ihr das bewertet.
00:24:42: Das führte schon zu einer Konfliktsituation, wo ich gedacht habe, okay.
00:24:46: Wofür stehen die jetzt wirklich hier ein?
00:24:48: Du hast auch gerade eben ziemlich am Anfang einmal von Pinkwashing und Greenwashing gesprochen also das Unternehmen sich ganz klar so posizidieren dass sie entweder sehr nachhaltig sind, das ist das Green Washing oder sehr feministisch
00:25:05: für
00:25:06: Diversität stehen.
00:25:08: Danke dir!
00:25:10: Würdest du dir wünschen, dass Unternehmen offener politisch sind?
00:25:18: Ja.
00:25:18: Es gibt einige sehr gute Beispiele die das sehr gut machen und ich glaube, dass Unternehm nicht neutral sein können irgendwie.
00:25:33: aber die Beweggründe sind ja immer dieselben.
00:25:36: Die Organisationen sind dann auch am Ende am Ende Umsatz getrieben.
00:25:40: Da gibt es Eignerinnen oder Aktionärinnen, die dann am Ende ihre Rendite haben wollen und dementsprechend sind die Leute, die an den Hebeln sitzen ja auch unter Druck das entsprechen zu gestalten und die wollen sich glaube ich dann einfach keine Geschäftsgelegenheiten entgehen lassen da.
00:26:00: Es sei denn sie sind von sich aus schon von vornherein anders aufgestellt dass der Profit nicht das erste Kriterium ist, sondern dann auch die Werte da eine andere Rolle spielen.
00:26:12: Ja genau und sonst kommt es öfter vor sich denke ich so Boah also da müsste man schon mal bei gesellschaftlichen Diskussionen auch mal Position beziehen.
00:26:26: Also meistens in Richtung Marketing-Unteilung.
00:26:30: Das kann man in jedem Unternehmen ja auch unterschiedlich machen.
00:26:32: Wenn das kleine Unternehmen sind, die können das halt vielleicht entscheiden und bei großen Konzernen AGs keine Ahnung da gibt es dann vielleicht Entscheidungswege bis auf Vorstandsebene.
00:26:40: und wenn man politische oder gesellschaftliche Dinge tagesaktuell irgendwie bespielen möchte dann kann kein Entscheidungsweg von einer Woche hinter Ihnen bis man da mal irgendwie reagiert mit einem LinkedIn-Post oder auf dem Unternehmensaccount.
00:27:01: Ich war letztendlich auch sehr, sehr glücklich bei uns gewesen weil wir mit einem Kollegen drüber gesprochen hatten dass er mit dem anderen Unternehmen mitbekommen hat das die nach einem Fotoshooting also auch ein Brand Shooting Marketing hatten sie ein sehr prägnantes Handzeichen was sehr viel in der rechten Szene verwendet wird Wild Power Zeichen.
00:27:23: Und das haben sie quasi aus Versehen genutzt, weil Sie dachten es ist so ein alles gut und super Zeichen und das ist dann aber auch erst durch ...
00:27:32: Alles okay zeichnen bei Untertauchern?
00:27:33: Ja exakt genau.
00:27:34: Das ist aber erst in der dritten oder vierten Schleife rausgekommen und ich war so glücklich zu hören dass die es dann gestrichen haben.
00:27:40: Ja, das kann ja sein.
00:27:42: Ich meine nicht jeder ist sich bewusst darüber was für rechte Codes überall gibt.
00:27:47: Absolut genau!
00:27:47: Das sind wir voll die Stolper fallen.
00:27:49: Also es ist an einem schon wie Emojis genutzt werden und so.
00:27:53: Und dann macht man das mal einfach oder keine Ahnung.
00:27:56: wenn jetzt jemand aktiver Taucher-Tauchhöherin ist... So?
00:28:00: Für die heißt das alles in Ordnung.
00:28:02: Dann nutzen sie das halt in einem anderen Kontext und dann stolpert man da irgendwie rein ohne es zu wissen und dann aber auch zu sagen, ah ok jetzt haben wir eine neue Information das war uns völlig bewusst.
00:28:17: Und dann kann das aber eine Gelegenheit sein sich dann zu positionieren.
00:28:22: Okay
00:28:23: sorry da sind wir ein bisschen blauäugig reingegangen wussten wir nicht.
00:28:28: Jetzt haben wir gelernt und das widerspricht aber völlig unseren Vorstellungen und unseren Werten und deswegen haben wir das rausgenommen.
00:28:36: so und dann kann man ja noch mal wieder zeigen
00:28:37: wofür man Eben, ja.
00:28:39: Auch manchmal Dinge nicht tun ist eine Positionierung.
00:28:41: das finde ich sehr gut.
00:28:43: Was sind denn so deine kleinen, ich sag mal demokratischen Hecks in der Arbeitswelt?
00:28:52: Ich habe gerade schon genannt dass ich einfach... einfach dass ich versuche ein gutes Vorbild klingt zu hoch.
00:28:59: Einfach sagen so ich lebe es anders vor.
00:29:02: ob man sich das dann zum Vorbild nimmt ist die andere Frage.
00:29:05: Das kann ich nicht beeinflussen.
00:29:06: aber ich kann halt sagen ich in meiner Position oder Rolle mache ich gewisse Dinge, so wie ich sie tue und wünsche mir dass Leute sagen ja das gefällt mir was ich da sehe und dann nehme ich mir ein bisschen etwas von ab.
00:29:24: Also keine Ahnung.
00:29:26: eine Tasche da sind ein paar Sticker drauf die eine eindeutige Botschaft sind.
00:29:30: also die schleppe ich überall mit hin und sieht man auch in der Ecke stehen.
00:29:33: Die Art und Weise wie ich dann rede Weiß-Hazisman mit der Vierzig so, ich weiß Gott keine Minderheiten.
00:29:48: Eigentlich sitzt sie die falsche Person.
00:29:52: Wenn es darum geht über solche Dinge zu sprechen, über Minderharten zu sprengen, dann bin ich nicht derjenige.
00:29:58: Ich suche meine Minderheten von... Ja also die habe ich mir selber ausgesucht.
00:30:02: Keine Ahnung, ich lebe vegan.
00:30:03: Da bin ich auch eine Minderheit.
00:30:05: aber ja, High Five!
00:30:08: Aber hey das hab' ich mir jetzt einfach ausgesuchert.
00:30:11: an den Menschen.
00:30:13: Ihre Hautfarbe hat sich, haben die sich nicht ausgesucht und werden deswegen diffamiert.
00:30:20: So insofern ich versuche dann halt so gut es geht Ali zu sein in die Richtung aber kann das über Vorbilder machen.
00:30:30: Es gibt Millionen Menschen die da mehr und sehr viel tiefer drinstecken und auch dass sehr viel mehr erleben vor allen Dingen als ich erlebe das nicht.
00:30:38: Was gab man den Punkt der Sicherheit angesprochen?
00:30:40: Also ich habe keine Angst weil Ich bin nur noch zwei Meter groß.
00:30:45: Es ist eher selten, dass ich mich irgendwie bedroht
00:30:48: fühle.
00:30:50: Aber
00:30:51: aus dem Punkt?
00:30:51: Also weil du gerade sagst, du bist die falsche Person absolut gar nicht!
00:30:55: Es gibt andere Menschen, die das auch sollten... So laut zu sprechen.
00:30:59: Aber ich finde genau das richtig, dass du sagst, ey!
00:31:01: Ich will eigentlich einer der privilegiertesten Personen gucken die es überhaupt gibt und trotzdem sehe ich, dass es Missstände gibt und möchtest ein Saverspace eben auch für die schaffen, die davon profitieren müssen.
00:31:10: Das kannst ja noch größer ziehen ne?
00:31:12: Jetzt wohnen wir hier mit Europa in Deutschland.
00:31:14: geboren habe ich nicht ausgesucht.
00:31:16: so ist aber so.
00:31:18: man gehört dann per se schon zu den Reichsten weiß nicht, Prozentprommel weltweit.
00:31:23: Ohne dass ich da irgendwas zu beigetragen hätte.
00:31:26: Privilegiert as fuck echt.
00:31:28: Ja, tut mir leid.
00:31:29: Kannst ja nachher ein Piep drüberlegen.
00:31:32: Ich fühle es sehr.
00:31:33: schönes Shirt übrigens.
00:31:36: Und da wären wir apropos Shirt.
00:31:39: Jens du bist heute Morgen joggen gewesen und hast uns hier drin kurz beim Aufbau besucht?
00:31:43: Natürlich habe ich gesehen was du für einen Shirt anhast!
00:31:47: Möchtest du einmal kurz erklären, was hinten auf dem Rücken drauf stand?
00:31:50: Das ist mein Anti-Fascist Running Club Shirt.
00:31:54: Was es hier in Berlin gibt bei einem Core-Textor.
00:31:59: Da gibts eine ganze Serie von Sportklamotten und Laufklamottem mit genau diesen Ausfluggelaufen.
00:32:05: Das gehört vielleicht auch dazu.
00:32:06: also ich laufe halt immer in meiner Freizeit und habe jetzt wenige... wie der nennt sich Volksläufe mitgemacht.
00:32:13: Also ein Zehn Kilometer oder halbmaler Ton oder so.
00:32:16: Aber wenn ich das mache, dann habe ich das Shirt an.
00:32:18: Weil ich möchte dass Leute die hinter mir laufen, das lesen und da gibt es zwischendurch auch immer ein paar schöne High Fives und Schulterklappfahrer, wo man da so rumläuft.
00:32:26: also auch das wird irgendwie positiv konnotiert was vielleicht... Ich weiß es nicht!
00:32:31: Also das ist nur halt die Frage.
00:32:33: Dann melden sich bei solchen Veranstaltungen auch tausende Leute an Und das ist ja auch im Querschnitt der Gesellschaft.
00:32:38: Da gibt's dann auch Sondern solche und manche finden das vielleicht auch doof.
00:32:42: Und dann überholen die mich vielleicht, damit sie es nicht mehr lesen müssen
00:32:45: oder?
00:32:45: Eigentlich motivierst
00:32:46: du mir, das ist doch
00:32:49: schön!
00:32:51: Ich habe herausgesucht, oder eine.
00:32:53: Es gibt ja nicht die aber eine Definition von Faschismus weil Faschwismus ist eine autoritäre ultranationale Ideologie und Herrschaftsform Die durch Gewaltbereitschaft Unterdrückung von Opposition kult um ein Führer in Anführungszeichen Rassismus, Antisemitismus und die Ablehnung von Demokratie und Pluralismus gekennzeichnet ist.
00:33:13: Und ich finde es sehr irre schon seit Jahren dass dieser Begriff Antifaschist oder Antifascismus
00:33:20: so
00:33:20: arg in eine Grauzone gedrückt wird.
00:33:24: Wie siehst du das?
00:33:25: Also warum macht dich das so stolz, als Antifassist betitelt zu sein?
00:33:30: Ja ich finde es genau mit dieser Definition die du gerade vorgelehnt hast ist es ja so da dagegen zu sein.
00:33:44: Das sollte meiner Meinung nach einfach Common Sense sein.
00:33:50: Wenn das nicht der gemeinsame Nenner ist, dann haben wir gleich schon ein anderes
00:33:54: Problem.
00:33:55: Aber ich kriege das auch mit, dass Menschen mit dieser Formulierung alleine schon struggling selbst wenn die in dem was es in der Konsequenz heißt sehr einverstanden sind.
00:34:06: aber wenn man dann sagt okay ich möchte das halt auch deutlich machen Antifaschismus als Grundregel zu haben, das wird halt sofort irgendwie in der linke Ecke gedrückt.
00:34:19: Was du da verkörpersst, dass es schon fast mit Linksextremismus gleich gesetzt wird und ich sage, no way überhaupt nicht!
00:34:30: Das gehört so Mitte wie nichts anderes eigentlich.
00:34:38: Du zündest also im Dein Privatleben?
00:34:40: Nicht so viele Autos an, wie man eigentlich denken sollte.
00:34:43: Wenn du ansonsten die Faschiste dich selbst über die lützt!
00:34:46: Nee nicht so viele wie man vielleicht
00:34:49: meinen soll.
00:34:49: Deutlich weniger.
00:34:51: Sind deutlich weniger geworden ja?
00:34:52: Ich bin auch früher gefordert.
00:34:56: Wir kommen schon zum nächsten Punkt wenn du sagst es ist deutlich weniger als früher vielleicht.
00:35:01: also ich hoffe das ist sehr klar dass deutlich weniger auf null hinausläuft.
00:35:08: Jens Lass uns doch noch mal in eine kleine Tabuzone gehen.
00:35:12: Und zwar Familienleben.
00:35:15: als Mann mit einem Job, Carearbeit!
00:35:20: Wie viel Carearbeit macht ein Workshoper?
00:35:24: Macht einen Workshopper?
00:35:25: ich kann sagen wie viel Care Arbeit ich mache.
00:35:28: so wir haben bei uns zu heute die Aufstellung dass ich als Workshopper mit der Workshopwerft selbstständig unterwegs bin.
00:35:36: Die Workshopwerfte habe ich jetzt seit vier und halb Ja, bald fünf Jahre.
00:35:42: Als nebenberufliches Business und ist dann quasi Hauptberuflich geworden als ich meine Festanstaltung letztes Jahr beendet habe.
00:35:50: Im gleichen Maße haben wir aber zu Hause die Rollen sofern anders verteilt als dass sich einen viel größeren Anteil der Kehrarbeit übernommen habe.
00:35:59: Dass ich gesagt.
00:36:00: okay mit meinem Workshop-Business war ich vorher nicht so ausgelasselt das es ein Fulltime Job ist Und ich habe es danach auch nicht so hoch skaliert, dass das jetzt so ist.
00:36:14: Die haben entsprechend so das Level gleich belassen.
00:36:20: Meine Frau hat dann im gleichen Zug gesagt okay sie hatte die Chance ihre Arbeitszeit zu erhöhen auf Vollzeit zu gehen und das bedeutet natürlich, dass Dinge Zuhause anders geregelt werden müssen.
00:36:32: wir haben zwei Kinder acht und elf und da gibt's eine Menge zu tun mehr oder weniger übernommen.
00:36:41: Oder bin dabei, das ist ein Prozess.
00:36:44: Es ist nicht so dass man sagt schnipps und dann läuft er froh.
00:36:46: ich habe eine stelle leeren kurve hinter mir was das eingeht Und weiß jetzt sehr viel besser was so Dinge wie mental load bedeuten.
00:36:56: behauptet dass sich da jetzt ein Stück weit mit reden
00:36:58: kann
00:37:00: und es war auch genau so einen leeren prozess für meine frau loszulassen.
00:37:06: Und es dauert immer noch an, also wir sind dann auch nicht fertig
00:37:09: mit
00:37:10: und es gibt immer mal wieder Diskussionen wie Dinge funktionieren sollten oder könnten und so.
00:37:15: aber so und herausgefallen wie viel Kehrarbeit im Workshop war.
00:37:19: Wir haben das bei uns so jetzt.
00:37:20: im Moment ist die Situation so dass ich Hausmann-und selbstständiger Workshoper bin.
00:37:27: Also quasi zwei Fulltime Jobs
00:37:32: Ja, wie gesagt.
00:37:33: Also mit der Workshopwerf ist es kein Fulltime Job.
00:37:36: wenn das auch noch... Wenn das jetzt weiter skaliert irgendwann dann finden wir eine andere Lösung.
00:37:44: Aber im Moment ist es so.
00:37:46: Wie viel Kehrarbeit machst du denn als Workshopper?
00:37:49: Also in einem Workshop?
00:37:50: Achso!
00:37:51: In einem Workshop.
00:37:53: Also aus dem Sprich-Mental-Load die Du gerade angesprochen hast hast Dich da irgendwas... Hast Du Ausrufezeichen im Kopf gehabt.
00:37:59: Jetzt, wo der Rollenwechsel so anstand, dass du gemahnt hast, krass.
00:38:02: Ach das war mir nicht bewusst, dass das zum Beispiel gerade hier Kerarbeit ist, dass ich in mein Load trage?
00:38:09: In einem Workshop bin meiner Rolle als Facilitator, meinst du?
00:38:15: Darauf habe ich mich tatsächlich noch gar keine Gedanken gemacht.
00:38:17: Oh jetzt
00:38:18: stupste ich Sachen an!
00:38:19: Ja jetzt stupsste Sachen an, das muss ich mir überlegen.
00:38:21: also insofern... Meine Rolle ist ja die, dass sich halt den Rahmen für den diesen begrenzten Zeitraum für den Tag gebe und die Leute verlassen sich halt schon darauf, dass ich das organisiere oder dass ich einen Plan habe wie das abläuft.
00:38:35: Und ich möchte ja auch, dass diese sich dann ein Stück weit reinfallen lassen.
00:38:40: Gleichzeitig möchte ich, dass sie ihre eigene Verantwortung tragen inhaltlich Arbeit zu leisten.
00:38:45: Dass Sie das gut können?
00:38:47: So!
00:38:47: Das ist halt mein Job als
00:38:48: Facilitator.
00:38:50: So, Bruckenschlag... Wie mache ich das denn zu Hause?
00:38:54: Ja klar da hab' ich dann auch irgendwie den Rahmen, die Tagesagenda wie was funktioniert und kümmere mich um Dinge.
00:39:02: Und versuche dass meine Kids zum Beispiel ihren Job in einem Strache nachkommen.
00:39:11: Das was sie halt tun sollen als Kinder.
00:39:15: Dass sie Spaß am Lernen haben, sich gut weiterentwickeln.
00:39:18: Dass Sie ihre Freundschaften pflegen können, dass sie sportlicher tief sind.
00:39:21: Also Dinge, die sie dann am Ende selber machen müssen Sie dazu bringen möchte, das Eigenverantwortlich zu tun.
00:39:30: Und dann auch gerne tun.
00:39:34: Trotzdem muss ich da gewisse Dinge als Rahmen vorgeben und sei es, dass ich Plane wie sie wohin kommen, pünktlich bei den Sportaktivitäten hier in ihre Sachen gepackt haben.
00:39:51: Könnte ich tatsächlich... Parallelen ziehen.
00:39:55: So, jetzt kommt wieder der erste Satz wo?
00:39:56: da kann man wieder einen Linkenbeitrag von machen.
00:40:00: Wo wollen wir die manchmal zu Platz?
00:40:02: sind
00:40:02: diese Vergleiche?
00:40:03: Ja ja fair.
00:40:05: aber das ist eine Sache die mir aufgefallen ist die mehr ich mich damit beschäftige dass die Kerrarbeit die wir glaube ich im Workshop Kontext machen noch überhaupt gar nicht bewusst ist und deswegen finde ich das immer ein ganz, ganz wichtigen Punkt.
00:40:17: Dass es eben wenn wir über Kehrarbeit sprechen und Mental-Load, dass nicht immer nur darum geht, dass wir familiäre Gebilde auf den Schultern tragen sondern auch im Unternehmen führt zum Beispiel unsere Führungskräfte die sagen Ich kann hier Workshop gerade ich mache mach du das mal ich muss in Raum verlassen und sag hast du dann irgendwie noch noch ein bisschen mehr Mental Load auf der Schulter.
00:40:38: Also ich merke, dass wenn ich heim komme nach einem Workshop.
00:40:41: Ich bin nicht angestrengt, weil die Leute mich anstrengen.
00:40:44: Sondern das was sie auf mir abladend anstrendet ist und dass dafür sie mich verantwortlich machen, wofür ich vielleicht im Grunde gar nichts kann.
00:40:51: Aber deswegen... Ja!
00:40:53: Er schlaucht auch in der Hinsicht tatsächlich.
00:40:56: Also diese ganzen Fäden in der Hand zu behalten oder Bälle in der Luft oder welches Bild man da jetzt für bemühen möchte.
00:41:04: Und als die Person, die da in Schad ist, wirst du am Ende dafür Hendrik erst genommen?
00:41:11: ob es funktioniert oder nicht und das kann, nein dass du dich da entsprechend auch dann verantworten musst.
00:41:17: Das kann stressen, das kann eine Belastung sein.
00:41:20: und nicht ohne Grund merkt man einen acht, neun, zehn Stunden Workshop-Tag sehr intensiv und da bin ich auch abends platt der allgegenwärtige Fitness-Tracker am Armand.
00:41:35: Es zeichnet das dann auch auf, dass da das Intenditätslevel immer sehr hoch ist, obwohl man sich gar nicht so viel bewegt hat.
00:41:41: Ja, ja...
00:41:42: Ist schön!
00:41:43: Man macht hier eigentlich gar nichts und dann merkt man was man doch gemacht hat.
00:41:46: Genau, steht da nur
00:41:46: rum und sagt den Leuten wie sie Lego bauen
00:41:49: soll oder
00:41:50: das genau?
00:41:51: Oder malt hier mal ein Sticky-Nolk
00:41:52: oder so, ne?
00:41:55: Genau.
00:41:56: Ich merke, wir könnten uns glaube ich noch schlunden und in alle möglichen Untiefen unterhalten.
00:42:01: Mit Blick aber um uns herum die Räume werden langsam getauscht und auch mit Blick auf die Uhr würde ich sagen wir können so einen kleinen Kart machen Wir kommen zum Ende.
00:42:11: Aber ich habe noch eine letzte Frage damit wir auch das ein bisschen abschließen
00:42:15: können.
00:42:17: Ja ja aber vielleicht auch die schönste die Hoffnungsvollsten Baby Du darfst es jetzt du hast es selbst in der Hand glaubst du An eine Welt, in der jeder und jede gerne zur Arbeit geht.
00:42:31: Ich glaube das ist eine Welt in die es auf jeden Fall lohnenswert ist da Energie reinfließen zu lassen weil wenn das der Fall ist dass jeder gern zur Arbeit ist dann ist es ja nicht mehr Arbeit in dem negativen Konfliktion dass ich das nur mache um die Grundlagen zu schaffen für mein Lebensstil so sondern wenn das jeder irgendwie schafft das auch noch mit Sinn zu erfüllen.
00:42:57: dann reden wir nicht mehr über Work-Life Balance in solchen Geschichten.
00:43:02: Dann ist die Balance von sich auch so darin und deswegen wünschenswertes Szenario voll!
00:43:12: Siehst, das war eine super Antwort auf ne schöne Frage.
00:43:15: Und damit liebe Hörerinnen und Hörern wir sind am Ende von dieser Folge.
00:43:18: Jens vielen vielen lieben Dank dass du dich auf dieses dann doch sehr spontane Podcast Völkchen eingeladen hast.
00:43:23: Liebe Hörerin und Höhrer ihr hört in nächster Woche wieder von uns wieder.
00:43:26: bis dahin vielen.
00:43:27: vielen Dank fürs zuhören.
00:43:28: viel dank fürs Reden und Antwort.
00:43:29: steht viel spaßchen noch auf Barke
00:43:31: sehr bequem bei dir gerne
00:43:34: gerne gerne und ja wir hören uns nächste Woche wieder oder vielleicht ein paar Monaten um einfach nochmal weiter über Dinge zu sprechen, die wir gerade angekratzt haben.
00:43:42: Ich wünsche euch einen wundervollen Resttag!
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