#200 Moderation: Wie Gespräche in Gruppen besser werden mit Lutz Hüser

Shownotes

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LinkedIn-Profil von Konstantin Eckert LinkedIn-Profil von Lutz Hüser

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00:00:01: Bevor es losgeht, Werbung in eigener Sache.

00:00:03: Nichts nervt Menschen mehr wie uns strukturierte Diskussionen im Kreis und Meetings ohne klare Moderationen.

00:00:10: Genau dafür haben wir ein neues Training bei Hello Agile.

00:00:13: In unserem Moderationstraining lernst du an zwei Tagen, wie du Gespräche in Gruppen richtig gut leiten kannst!

00:00:19: Alle Infos zu dem Training findet ihr unter helloagile.de.

00:00:23: slash training slash moderationstraining.

00:00:37: Herzlich willkommen zu Unboxing New Work, deinem Podcast für besseres Arbeiten.

00:00:42: Ich bin Konstantin und ich möchte gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen herausfinden wie modernes arbeitende Menschen zufriedener und Organisationen wirksamer macht!

00:00:52: Bei Hello Agile begleiten wir Menschen unternehmen auf ihrem Weg zur New Work und Agilität.

00:00:57: Heute

00:00:58: geht es um ein Begriff der schon durch die Unternehmensflure geisterte als noch lange niemand von New Work sprach Ein Thema das trotzdem aktueller ist denn je Moderation.

00:01:09: Dazu freue ich mich, Lutz Hüse begrüßen zu dürfen!

00:01:12: Lutz ist Co-Host dieses Podcasts und Kollege bei Heller Edgild.

00:01:16: Er verantwortet hier die Themen Facilitation und Moderation Und genau darüber soll es ja heute auch gehen.

00:01:22: Aber erst mal Lutz schön dass du heute als Gast da bist.

00:01:26: Hallo Konstantin sehr schön hier zu sein und bisschen komisch auch.

00:01:30: normalerweise sind wir im Workshopraum gemeinsam.

00:01:33: Mal gucken wie wir uns hier heute eingrufen.

00:01:36: Schauen wir mal, vor allem wenn wir niemanden vor der Brust haben sondern nur mit uns beschäftigt sind.

00:01:41: Aber du sprichst schon an!

00:01:42: Wenn zwei Facilitator zusammenkommen dann muss jedes Format mit einem Check-in beginnen.

00:01:47: Deswegen frage an dich wann hast Du das letzte Mal gedacht?

00:01:51: hey die Person hat es jetzt aber richtig geil moderiert?

00:01:57: Okay da muss ich kurz nachdenken.

00:02:01: Ich glaube, ich komme gerade so ein bisschen mit dem Wochen durcheinander.

00:02:06: Aber ich hatte gesagt letzte Woche Donnerstag, kurzes knackiges Meeting mit unserer Kollegin Lara die finde ich sehr also wirklich sehr sehr strukturiert und sehr gut meetings baut Und ich finde es auch mit Ja mit einem guten Charme hin kriegt zu sagen liebe Leute jetzt ist alles gesagt aber vielleicht noch nicht von jedem.

00:02:28: Lass uns weiter machen

00:02:29: absolut.

00:02:30: ich lacht deswegen sofort los, weil ich schreibe mir dann immer zur Sicherheit falls ein Podcast-Gast mir die Gegenfrage stellt.

00:02:37: Schreibe ich mir meine Antwortfolge auf.

00:02:39: und was glaubst du was ich aufgeschrieben habe?

00:02:41: Lara!

00:02:42: Ihr

00:02:42: wirklich?!

00:02:43: Ja

00:02:43: absolut,

00:02:45: weil es gar nicht in erster Linie ist vielleicht für die Zuhörenden.

00:02:49: nochmal zu einer Ordnung.

00:02:50: Die Lara ist unsere Kollegin die vor allem Marketing macht aber auch viel hierfür den Podcast Verschneiden und veröffentlichen und so weiter zuständig ist, wenn dann mal geschnitten werden muss.

00:03:01: Und eigentlich ist gar nicht ihre zentrale Aufgabe, Meetings zu moderieren aber das kommt immer doch immer mal wieder vor und dann sind wir begeistert

00:03:09: wie sie

00:03:09: diesen Nebenschausplatz bespielt oder?

00:03:11: Ja wirklich sehr beeindruckend!

00:03:13: Ich finde auch ein spannendes Beispiel... ich weiß es nicht weil ich habe Lara noch in meinen Trainings gesehen ... wenn du eine gute Meeting-Kultur in deinem Unternehmen hast.

00:03:26: Dann trägt sich das immer weiter zu, ne?

00:03:28: Und niemand wird sagen... Also ich glaube nicht, dass irgendjemand mal zu Lara gesagt hat,... ..."So musst Du Meeting

00:03:34: strukturieren.".

00:03:35: Sondern das hatte ich einfach übernommen sicherlich auch zu Teilen mitgeprägt und das ist ja der Schöne!

00:03:41: Wenn gute Formate, gute Praktiken einfach für alle selbstverständlich werden dann hast Du es in die Kultur geschafft

00:03:50: Absolut.

00:03:50: Damit sind wir auch schon mitten im Thema, deswegen ruhe ich vielleicht noch mal ein Stück zurück.

00:03:54: Ja gerne!

00:03:55: Vielleicht zu dem Einstiegspunkt?

00:03:58: Es gibt sicher Menschen die sagen also ich bin doch guter in Gespräche zu führen.

00:04:03: wozu brauche ich denn Moderation?

00:04:05: was würdest du den antworten und haben die oft vielleicht auch recht.

00:04:10: Sicherlich haben viele Leute recht, also ich sehe viele gute Moderatorinnen.

00:04:14: Ich sehe aber auch viele Menschen wo das nicht so ist... ...ich sag in unseren Trainings ganz häufig den Satz und da bin ich auch überzeugt von... ...so ein gutes Moderationstraining ist wie eine Erstelfekurse!

00:04:25: Das sollte man regelmäßig wiederholen weil es schleifen sicher automatisch immer so ein paar Sachen ein Und sich regelmäßig an so ein paar Prinzipien zu erinnern oder nochmal neue Impulse zu kriegen, um da nicht einzurosten.

00:04:38: Das schadet mich.

00:04:40: Ja was ist vielleicht der Unterschied zwischen ich kann Gespräche gut führen und ich moderiere oder moderier sogar gut?

00:04:49: Also Gesprächsführung... finde ich, zeigt sich ja dann häufig so im Eins-zu-Eins-Setting oder wenn man wirklich vorne steht und eine exponierte Rolle hat.

00:05:00: Also das heißt Ich weiß wo ich hin will, ich stelle dir die Fragen EDC.

00:05:05: Und Moderation wäre für mich auch nochmal dieses... naja, zwar die Gruppe begleiten und auch ein Stück weit zu lenken aber in erster Linie ist es eine unterstützende Funktion.

00:05:17: also ich klar führe ich lenke, das Gespräch.

00:05:21: Aber ich mache es überhaupt erst mal möglich, dass ein Gespräch in der Gruppe entsteht auch abseits von dem was ich vielleicht inhaltig für richtig halte.

00:05:30: Das ist vielleicht ein wichtiger Punkt.

00:05:31: also die Unterscheidung zwischen persönlicher Beteiligung nicht?

00:05:36: Ja das sowieso und das ist ja auch im Arbeitsalltag Zumindest kriege ich das in meinen Coachings und Trainings ganz viel mit, wo die Leute auch so struggling.

00:05:45: Wo sie also dieser Umgang mit der Doppelrolle... Also wie kann ich ein Gespräch eigentlich moderieren wenn ich selber inhaltliche Steaks drin habe?

00:05:55: Das beschäftigt glaube ich viele Menschen.

00:05:58: Und ja soll ich direkt eine Antwort geben oder...?

00:06:03: Ja klar!

00:06:06: Der Berater und BWLer in mir, der wird jetzt sagen du brauchst immer ne extra Person.

00:06:10: Also Konstantin wenn du ... Genau, oder?

00:06:14: Aber wir wissen so dass der Arbeitsalltag auch zu unterschiedlich ist.

00:06:17: Und ich glaube das hat halt viel mit Transparenz zu tun.

00:06:20: Dass es Menschen sind nicht auf den Kopf gefallen.

00:06:24: Wenn man mit vier Leuten in der Runde sitzt und eine person moderiert das Gespräch dann kann die sich immer wieder auch auf eine Rolle berufen aber auch immer wieder sagen hey und jetzt nicht Als Moderator, als Moderatorin gesprochen.

00:06:35: Sondern meine inhaltliche Meinung.

00:06:38: Dann können die Leute das auseinanderhalten.

00:06:40: und besonders charmant ist es, wenn man zumindest mal auf dem Schirm hat ... dass man vielleicht nicht der Erste ist, den inhaltlichen Punkt reinbringt, wenn's in eine Diskussion geht.

00:06:51: Und vielleicht auch nicht der Letzte?

00:06:52: Weil so viel Macht hat man in der Moderation dann ja schon auch, dass man damit Anker setzt oder Themen auch in einer gewissen Form abschließt.

00:07:01: aber ... Ja, dem Gespräch eine Struktur geben und mittendrin mitzudiskutieren.

00:07:04: Das geht meiner Meinung nach schon.

00:07:06: zu dem Thema Macht komme ich nachher noch mal mit dir vorher vielleicht noch oder anders.

00:07:13: Ich geb dir völlig recht.

00:07:15: Ich fasse das immer so.

00:07:17: klar ist Extern vielleicht besser und klar ist vielleicht ein professioneller Facilitator Professioneller Moderator besser, aber im Zweifel ist die Frage was vergleich ich womit.

00:07:29: Also vergleiche ich jetzt mein normales Meeting ohne irgendwas mit dem besten Workshop der lang konzipiert wurde und macht deswegen dann gleich gar nix mehr oder schaue ich halt in den Möglichkeiten, die ich jetzt hab von den Ressourcen her, die Ich habe mache das Beste draus.

00:07:46: Und ich würde auch noch dazu sagen also dass es ja nicht Schwarz-Weiß und wenn ich die Wahl habe zwischen Ich vergebe eine Moderationsrolle, und die Person ist aber ... hat halt inhaltlich Punkte auch, die sie selbst mit einbringt.

00:08:01: Und ich vergebe keine Moderations Rolle.

00:08:03: Würde ich immer sagen bitte erstes?

00:08:06: Ja genau!

00:08:07: So gut wie möglich sozusagen.

00:08:09: Klar.

00:08:09: Und ganz kurz, ich glaube so als Faustformel umso involvierter du bist.

00:08:16: Das muss nicht immer negativ sein, das kann auch pure Begeisterung sein.

00:08:19: Umso involverter du im Thema bist Umso eher ist es sicherlich sinnvoll, das extern moderieren zu lassen.

00:08:25: Oder

00:08:26: um so kritisch.

00:08:26: das Thema ist also kritisch nicht nur im Sinne von schwierig oder konflikt geladen sondern auch wichtig.

00:08:33: Umso eher ist es vielleicht sinnvoll dann sich da wirklich viel Zeit zu nehmen und externe Hilfe zu holen.

00:08:38: Ja

00:08:38: guter Punkt unterschreib ich.

00:08:41: Noch mal eine andere Richtung.

00:08:42: jetzt haben wir das auch mehrmals angesprochen weil uns auch beide verbindet, das Thema Facilitation.

00:08:48: Wir machen auch bei der Legos-Uresplay wo man sich auch Facilitator nennt also Workshops gibt in dem Fall mit Legos Uresplay aber wir geben auch Workshobs ohne diese Methode.

00:09:01: bevor wir tiefer einsteigen in das Thema Moderation kannst du uns kurz Klarheit geben über die Begriffe Moderation, Facilitation vielleicht auch Gesprächsführung?

00:09:11: da kussiert ja einiges auch einiges nebeneinander.

00:09:15: Wo fängt es für dich, ist eine Ahnung und hört das andere auch?

00:09:19: Also zuallererst beobachten wir und sprechen viel darüber.

00:09:24: Es gibt wahnsinnig viele unterschiedliche Definitionen und ich bin niemand der sagt... also nicht die Sprachpolizei, die sagt dass was du jetzt machst ist gerade mehr Facilitation als Moderation und so.

00:09:36: Ich denke mir am Ende sollen sich Leute wohlfühlen mit dem Label den sie sich selbst geben.

00:09:41: Aber um das trotzdem zu systematisieren würde ich sagen Facilitation, also die Interaktion von Menschen zu erleichtern oder zu ermöglichen Gruppen bestmöglich zu begleiten ist für mich ja ein übergeordneter Begriff.

00:09:56: geht tiefer und Moderation.

00:09:58: Also die Gesprächsführung in Gruppen ist ein Teilbereich von Facilitations.

00:10:02: so jetzt könnte man natürlich sagen Eiergut.

00:10:05: dann ist Moderation vielleicht der Einstieg und Faciltation der Oberbegriff die Oberkunst.

00:10:12: Da würde ich schon noch mal tendenziell ein bisschen widersprechen, weil für mich ist das so eine Doppelklick-Variante.

00:10:18: Also wann immer ich Gruppenprozesse facilitativ begleite muss sich auch moderieren und kann jetzt als sehr erfahrener Facilitator sagen, naja ich möchte nochmal in dieser Phase von Workshops for Meeting besser werden.

00:10:34: Oder ich kann sagen, ey, ich moderiere total gut.

00:10:37: Aber möchte noch mehr auf Interaktion- und Gruppendynamikmethoden setzen?

00:10:41: Dann gehe ich tiefer rein in das Thema Facilitation.

00:10:45: Ja ...

00:10:45: Methodik ist ein gutes Stichwort.

00:10:47: Du hast mal zu mir gesagt,

00:10:50: wenn

00:10:50: du mir alles an Methoden wegnimmst, kann ich mit Moderation immer noch gute Meetings gestalten oder zaubern.

00:10:59: Was bleibt dann übrig, wenn die Methoden weggfallen?

00:11:01: Vielleicht ist es eine andere ... Annäherung noch mal an diese Unterscheidung.

00:11:05: Genau, also deswegen ... Ich bin ganz kurz weiter ausgeholt.

00:11:09: Ich hatte vor ... Lass es vier, fünf Monaten sein ... durfte ich eine Vorstandssitzung moderieren und hier haben zu Beginn gesagt Sie wollen... Und die waren auch fachlich fit, ne?

00:11:20: Wenn du sagst sie wollen Moderation!

00:11:21: Sie wollen nicht irgendwie Großgruppenprozess, sie wollen nicht große Methoden und so.

00:11:26: Und ich habe mich richtig gefreut das zu machen weil ich dachte mir Das ist jetzt mal so back to the basic Alle Leute an einen Tisch Und erst mal nur in Anführungsstrichen Sprache.

00:11:36: Nur gucken, dass wir diese Gespräche in dieser Gruppe gut strukturieren.

00:11:40: Natürlich gab es am Ende auch Post-its und so ein bisschen.

00:11:43: Aber das war wirklich ganz fokussiert auf ... Das Gespräch, was wir hier als Gruppe führen oder die Diskussion, die wir führen wollen, soll gut begleitet werden.

00:11:53: So!

00:11:54: Nur

00:11:55: damit wir uns vorstellen können wie viele Leute waren da dabei?

00:11:58: Wie hat da der Raum ausgesehen?

00:12:00: Es waren sechs Leute.

00:12:04: Es war eine Initiative von Menschen, die sich für Unternehmensnachfolge daran vereingegründet haben.

00:12:10: und total spannend jeder einzelne von denen ist Geschäftsführer im Mittelstand oder gestandener Berater.

00:12:17: Also das heißt sie haben glaube ich also Legoseries Play, Playmovie pro drei D-Welten so alles was es an geilen Methoden gibt hatten die schon durchgespielt.

00:12:25: Wir haben sich aber bewusst gesagt ne Focus auf Diskussion, Fokus auf ein gut geführtes Gespräch.

00:12:33: Und wir saßen dann bei uns im Keller.

00:12:35: Leider war unser großer Workshopraum an dem Tag nicht verfügbar.

00:12:39: und genau, saßen am Tisch aber... ...an den Tisch im Kreis!

00:12:44: Das ist vielleicht auch so ein Moderationsding das mir sehr wichtig ist.

00:12:47: Es muss nicht immer der Stuhlkreis sein, aber ich sage immer keine zweite Reihe.

00:12:52: Zweite Reihe tot des Fokuses.

00:12:55: Und wenn ich Gespräche strukturiere oder moderieren will, dann ist es schon sehr nützlich, wenn sich die Menschen untereinander alle sehen können.

00:13:04: Absolut!

00:13:05: Ich verrate jetzt was über mich.

00:13:09: Es bin ja gar kein großer Freund von Stuhlkreisen.

00:13:11: Das darf man in unserer Bubble gar nicht sagen.

00:13:20: oder so, oder eben der große Tisch wo alle dran sitzen können sich angucken können.

00:13:24: Weil ich sage irgendwo muss der Mensch das ein Krämpel hinstellen.

00:13:28: und ich bin auch dankbar für jeden der auch mal was aufschreibt sich Notizen macht im Gespräch und es fokussiert macht.

00:13:36: und ich habe immer das Gefühl so einen Stuhlkreis wird alles schnell so bisschen unwürdig auf dem Schoß.

00:13:41: und so kannst du mir erklären warum der Stuhlkreis denn so viel besser ist als Der Tisch, an dem man im Kreis sitzt.

00:13:48: Nö... Also erst mal hinter diesem Ding mit dem Stuhlkreis steckt natürlich auch so ein bisschen die Logik von Man kann sich nicht verstecken.

00:14:02: Man ist weniger versucht, sich irgendwie hinter seinem Laptop, hinter seinem Notizbuch zu verstecken.

00:14:09: Ich würde aber sagen, Stuhlkreis als Dogma, also das muss so sein, würde ich auch nicht mitgehen.

00:14:15: Ich würde aber schon so weit gehen und zu sagen, keine zweite Reihe.

00:14:19: Also dass wir nicht auf Hinterköpfe gucken.

00:14:24: Und der Rest muss man schauen... ich bin eh auch ein Fan davon in längeren Meetings- und Workshops immer wieder auf Bewegung zu setzen.

00:14:31: sozusagen hier diskutieren wir gerade irgendwie an einem Tisch und jetzt stehen wir mal auf, gehen eine Flipchart oder einen Whiteboard und die Leute stehen auf ... stellen sich woanders hin, dann hast du noch mal so ein bisschen Muster Unterbrechung.

00:14:47: Ja genau und deswegen muss also für mich persönlich muss es auch nicht immer der Stuhlkreis sein... aber er ist schon meine Default-Variante, so ehrlich muss ich auch sein!

00:14:57: Ich glaube eigentlich sehen wir uns das Raum und Perspektivwechsel super zusammengehen und eine Gruppe da neu starten lassen in einem Modul von dem Workshop sondern nichts jetzt einfach mal

00:15:08: Ja und auch da, also wenn ich mit Gruppen in längeren Prozessen arbeite dann kriegen die das relativ schnell raus.

00:15:14: Aber die am Anfang lernen die erst mal so unsere Fly... Nee wir fangen erst an jetzt hier auf den Ergebnis aus einer kleinen Gruppe zu schauen oder auf dem Post-it-Flip-Chat, ihr seht alle ohne zweite Reihe vor dem Ding stehen!

00:15:30: Das sorgt schon für so viel Fokus dass sich darauf nicht verzichten wollen würde.

00:15:36: ja Ja, absolut.

00:15:38: Ich kenne auch den Moment immer... Man hat jetzt eine Runde und man notiert.

00:15:42: also die Teilnehmer notieren nochmal Gedanken fertig.

00:15:45: Eine Person reißt halt die Timebox noch so ein bisschen, schreibt dann Zettel fertig.

00:15:49: Die meisten stehen schon am Whiteboarder, am Flipchart und wollen schon loslegen.

00:15:53: Und dann der moderative Eingriff zu sagen, hey wartet mal wir warten jetzt noch auf Julius Keine Ahnung bis er fertig geschrieben hat und fangen nicht an während jemandem aufstehen ist oder so.

00:16:06: Ja, auch wenn das ein Ohr natürlich schon funktionieren und er sagt nur ihr könnt schon mal anfangen.

00:16:10: Das sagt ja meistens mehr über die Personen, die das gerade begleitet als über die Gruppe selbst.

00:16:15: ne?

00:16:15: Das ist so dieses, komm hektik Stress.

00:16:18: jetzt müssen wir fertig werden.

00:16:21: Ich sage dass selbst über mich weil ich schon noch jemand bin der Gruppen schnelle unter stress setzen kann mit meiner ungeduld aber grade diese zehn Sekunden bis alle stehen, bis sich alle in die Augen schauen können.

00:16:34: Die holt man am Ende immer rein.

00:16:36: also das wird niemand schneller fertig weil man da schon mal angefangen hat zu diskutieren.

00:16:41: absolut.

00:16:42: ich glaube es entsteht auch oft aus so einem unwohl gefühl von alle gucken jetzt auf die eine person die noch schreibt.

00:16:49: ich glaub dass ist der eigentliche treiber an diesen ungeduldig weitermachen.

00:16:53: ja

00:16:53: das kann sein.

00:16:55: ich achte nochmal drauf.

00:16:57: Lass uns nochmal zu einem anderen thema zurückkommen ... zu dem Thema Macht.

00:17:02: Weil Moderation hat ja auch immer so eine Machtdimension, also wer jetzt das Gespräch führt, wer das Mikrofon führt... ... wenn man sich wirklich mal einen Panel vorstellt und dann wirklich dieses Machtmittel in der Hand hat?

00:17:16: So oder so, wer moderiert steuert das Gesprächen.

00:17:20: wie gehst du damit um?

00:17:23: Wie achtest du darauf dass Moderation nicht Manipulation wird?

00:17:27: Ja ich glaube es ist halt.

00:17:32: Der erste Schritt ist, dass man anerkennen muss.

00:17:34: Wenn ich ein Gespräch moderiere, nehme ich eine andere Rolle ein.

00:17:41: Und diese Rolle hat halt ... Damit sie ausgeübt werden kann, hat sie Machtmittel.

00:17:47: Also die Person, die moderiert darf Menschen unterbrechen.

00:17:51: Ich bin ganz fest davon überzeugt.

00:17:52: Sie darf sagen jetzt ist genug!

00:17:55: Sie darf Zeitboxen setzen und ... Sie wird auch, würde ich sagen, anders wahrgenommen von den anderen Leuten.

00:18:03: Das kriegt man nicht weg!

00:18:06: Und dann kommt es darauf an, so ein paar gruppnenamische psychologische Effekte sich bewusst zu sein... Also erst mal dass es die überhaupt gibt zum Beispiel Framing.

00:18:17: Welchen Rahmen packe ich um die Informationen herum?

00:18:20: Und Teilnehmer von Trainings bei mir, die sagen manchmal an Tag zwei, ich glaub dir gar nix mehr.

00:18:25: Weil da hebe ich immer, highlighte ich immer was wir gerade machen so.

00:18:29: Aber es fängt ja mit so Kleinigkeiten an, ne?

00:18:31: Also ... Ich glaub, wir hatten auch schon mal dieses Gespräch in einem anderen Projekt mit der Arbeitsschutzschulung.

00:18:38: Wenn ich da reingehe und frame, indem ich sage, Leute, ihr habt keinen Bock, wir müssen den Bums halt machen!

00:18:48: und dann loslege, dann gebe ich dieser Arbeitsschuldschulung einen ganz anderen Rahmen wie wenn ich sage schön dass ihr euch die Zeit genommen habt.

00:18:55: Ich weiß ihr seid nicht freiwillig hier aber es geht um ein Thema das dazu beitragen kann, dass ihr und eure Kollegen jeden Tag sich nach Hause kommt.

00:19:03: so jetzt könnte man sagen das ist manipulativ.

00:19:06: aber ehrlicherweise darf man sich's über so Framings auch einfach machen.

00:19:11: Man muss sich nur bewusst sein Ja, das soll ich Effekte immer wirken.

00:19:16: Ich glaub, manipulativ wird das Beispiel ... wenn du dann bewusst ... ähm ... das Thema schlechtreden würdest?

00:19:24: So ähnlich wie jetzt die Person, die keinen Bock hat und in die Arbeitsschutzschulung so reinkommt mit dem was du gesagt hast.

00:19:31: Könnte man ja bei anderen Beispiel auch sagen, ich frame das von Anfang an negativ weil ich das Thema topidieren will.

00:19:36: Ja genau!

00:19:37: Und ich glaube noch ein anderer Punkt ist auch ... Man darf als Moderator und Moderatorin nicht denken, dass man klüger ist als die Gruppe.

00:19:48: Ich versuche das zu lösen in denen ich an ganz vielen Stellen die Grupper beteilige.

00:19:54: Wir haben jetzt gerade schon zehn Minuten über dieses Thema diskutiert.

00:19:58: Das ist unser Ziel für heute.

00:19:59: Ich bin mir sicher, sind wir auf dem richtigen Weg oder nicht?

00:20:02: Alle mal die Hand hinter den Rücken, auf drei zeigen.

00:20:05: Daumen hoch ist ne, passt super!

00:20:06: Wir diskutieren weiter... Daumen runter ist ne eigentlich reicht's jetzt und dann kann man damit ja weiterarbeiten mit so Live-Stimmungsbildern.

00:20:16: Ja weil man genau

00:20:18: also

00:20:20: man darf soll die Gruppe auch beteiligen.

00:20:22: das finde ich nicht verwerflich.

00:20:26: Jetzt redest du schon direkt über positive Instrumente sag' ich mal gleich ein Beispiel gebracht.

00:20:32: Gibt es aber andersrum auch Techniken oder Verhaltensweisen, wo du selber persönlich sagst ... ähm das machst du bewusst nicht damit du eben nicht diese Rolle der Moderation ausnutzt... oder nicht verzerrend wirkst.

00:20:47: Das muss ja auch nicht immer nur inhaltlich sein dass man die Sache in eine gewisse Richtung drehen will.

00:20:51: Es könnte ja auch sein, dass man sich den Job leicht machen will.

00:20:54: Ja ich ähm ... aber da muss ich kurz nachdenken.

00:20:58: Aber ich glaube was ich zum Beispiel nicht mache ist, ähm ... Manchmal merkt man ja, dass eine Person in der Gruppe so ein bisschen markiert wird.

00:21:09: Dass die Leute also übertrieben gesagt.

00:21:13: zum Beispiel wir sitzen in einer Retrospektive im Format, wo man über Zusammenarbeit redet und du sagst ich würde jetzt noch mal gerne was Grundsätzliches ansprechen und dann sehe ich schon zwei Leute so ein bissel so meine Wahrheit zu nehmen wie sie mit den Augen rollen.

00:21:30: Und dann kann ich natürlich als Moderator irgendwie erstmal versteifen und sagen, ja komm mal bitte zum Punkt.

00:21:38: Ich kann aber auch erst einmal versuchen mir nichts anmerken zu lassen.

00:21:41: Ich schau dir in die Augen... ...ich nicke, ich nehme wahr was du sagst und hau nicht noch auf die markierte Personen, die du dann in dem Fall wärst ein.

00:21:52: Also sich da dem Sog der Gruppe dann nicht hingeben lassen.

00:21:55: Das wäre vielleicht so eine Sache wo ich sagen würde Da sollte man aufpassen, was man nicht tut.

00:22:01: Aber wenn du so konkret fragst hast du da spontan was im Kopf?

00:22:06: Ich würde

00:22:06: sogar mitgehen in die Richtung der markierten Person.

00:22:09: auch Personen nicht markieren.

00:22:11: Das passiert auch schnell ne?

00:22:13: Also ja das ist ... Man hat ja wann mal so komplementär Typen, so Typen die einem auf den Keks gehen, mit dem er sich einfach schwertut.

00:22:24: Und da ist es dann auch professionell, wenn man sagt okay ich markiere die Person eben nicht.

00:22:29: Dann passiert nämlich schneller als man denkt dass man selber dann immer auch ein Rollt und sich so ein bisschen Allianzen sucht unbewusst mit Teillebenden.

00:22:41: Das ist manchmal richtig schwer für mich zumindest das Nicht zu tun und da neutral zu bleiben ... jedengleich zu nehmen, auch wenn es Teilhände gibt die einem den Shop nicht leichter machen.

00:22:52: Weil sie vielleicht auch schlechte Angewohnheiten haben aber dann gerade dann ... ... im Profitagentum bleiben.

00:22:59: Du sprichst grad weil du sagst so eine Neutralität an.

00:23:05: Ich finde das ist also ich versuch immer ... ... nennt sich Alpateiligkeit.

00:23:11: Also ich bin interessiert an allen anwesenden Personen und... dem was sie zu sagen haben, gerade auch wenn es vielleicht nicht meine persönlichen Präferenz entspricht.

00:23:23: Und sich diese Allparteiligkeit immer wieder hervorzurufen und zu sagen ich gebe allen Leuten die Chance dass sie reden können, dass ihnen Beitrag geben können.

00:23:34: Ich ermutige sie ja auch vielleicht konträre Sachen oder Positionen zu beziehen ist glaube ich ein ganz entscheidender Punkt!

00:23:40: Ich bin ein bisschen vorsichtig bei Neutralität, weil ich den Begriff nicht mag Sondern weil ich die Beobachtung gemacht habe, manche Leute machen es sich mit Neutralität so leicht.

00:23:52: Und ich weiß du hast damit überhaupt kein Problem.

00:23:56: Aber es gibt zum Beispiel Menschen da werden Leute in Meetings richtig unangenehm und sagen irgendwie... Sachen, die sie besser nicht sagen sollten oder werden verletzend.

00:24:09: Dann zieht sich die moderierende Person so zurück und dann spricht man nachher drüber und sagt ... Ich bin ja neutral!

00:24:15: Da muss ja die Gruppe das managen.

00:24:17: Das ist mein Problem mit ... Neutralität wird schnell missverstanden.

00:24:24: Aber es vielleicht auch Wortspaltereien?

00:24:25: Ein

00:24:27: bisschen schon vielleicht weil ... Alperteiligkeit, da können wir auch sagen... kann ich ja für keinem Partei ergreifen, so.

00:24:34: Ich glaube es läuft nochmal auf einem anderen Feld dieses Thema.

00:24:40: wenn ich dann Sachen durchgehen lasse oder unkommentiert lass gerade wenn jemand respektlos wird oder sich nicht an Regeln des vernünftigen Umgangs miteinander hält und ich da nicht angreife dann bin ich nicht mehr neutral weil dann mache Also es klingt jetzt hart, aber dann mach ich mich mit schuldig oder mit verantwortlich.

00:24:58: Wenn nicht in meiner Moderationsrolle Nicht eingreifen oder nichts zu.

00:25:03: und das bringt mich auf dem nächsten Punkt eigentlich sehr

00:25:05: gerne

00:25:06: nämlich den des mandats.

00:25:09: ja der gehört

00:25:10: genau dass Moderation braucht einen mandat was erst mal abstrakt klingt.

00:25:18: Oder anders was verstehst du unter mandat?

00:25:20: Was bedeutet ist für dich konkret?

00:25:23: Und was passiert, wenn jemand versucht zu moderieren ohne so einen Mandat zu haben?

00:25:27: Genau.

00:25:28: Also ein Mandat im Kontext von Moderation heißt für mich die Menschen in eine Gruppe für ein Gespräch zusammenkommen, sei es in einem Meeting oder in einem Workshop sagen okay wir übertragen Die Verantwortung für die Strukturierung und Leitung des Gespräches an einer Person.

00:25:45: So das heißt Wir lassen uns von der im Zweifel unterbrechen.

00:25:50: Wir gestehen ihr zu, auch Prozessveränderungen anzustreben.

00:25:56: Wir lassen uns darauf ein und das ist ein Tauschhandel.

00:26:01: Auf der einen Seite kannst du als Teilnehmer dich dafür voll und ganz inhaltlich auf deine Punkte konzentrieren.

00:26:08: Und auf der anderen Seite gibst du natürlich eine ganze Menge Angestaltungsmöglichkeiten ab an die Person, die moderiert.

00:26:15: Ich glaube ohne dieses Mandat Funktioniert es nicht.

00:26:19: Und in der Praxis beobachte ich überwiegend zwei spannende Sachen, einmal entweder wird das Mandat übertragen aber dass dann wirklich durchzuziehen fällt gerade Führungskräften würde ich sagen häufig schwer.

00:26:35: Also zu sagen, ich hab zwar gesagt Lutz moderier mal.

00:26:39: Aber sobald ich das Gefühl habe jetzt geht's mir hier zu langsam.

00:26:43: Ja genau

00:26:44: also dieses Mandat muss man auch durchhalten.

00:26:47: Man kann immer am Ende Feedbacken und Auswerten aber erstmal muss sich diese dauerhafte Übertragung aushalten.

00:26:54: Und der andere Punkt den witzigerweise auch mindestens genauso häufig beobachte ist, dass es eigentlich eine Moderationsrolle gibt und man sich darauf verständigt hat aber keiner so genau weiß wer das eigentlich ist.

00:27:07: Und dann denkt der Jochen seine Chefin moderiert und die Chefin denkt ja der Jochan moderiert... ...und der Rest fragt sich warum denn überhaupt keiner moderiert?

00:27:17: Das ist schon witzig!

00:27:18: Dass es so häufig vorkommt.

00:27:20: Du glaubst gar nicht, wie oft dich schon Führungskräfte so was sagen hören.

00:27:24: Ich kann doch auch nicht jedes Mal moderieren oder kann noch nicht mein Job sein dass ich immer moderiere.

00:27:30: und dann wenn man aber fragt wer moderiert ist dann hast du das übertragen?

00:27:34: Hast du jemanden die Aufgabe gegeben?

00:27:36: Du hast ja den Termin angestellt Dann gucken sie dich an wie ein Auto.

00:27:40: Wundern Sie über die Frage und dann wundern sich Menschen, warum Meetings nicht laufen?

00:27:45: Ja ich glaube es

00:27:46: gibt ja das Mandat irgendwie bekommen.

00:27:49: Und ich glaube dass passiert super schnell.

00:27:51: also für unsere Zuhörerinnen wenn da irgendwas resoniert oder klingelt bei euch gerade, dann fragt doch mal auf den Flur nach einem Meeting die Leute wer hat eigentlich die Moderationsrolle?

00:28:02: und wenn man mehr als drei unterschiedliche Personen genannt bekommt, Was heißen wir auf der Spur?

00:28:10: Gibt es eigentlich auch sowas wie Guerilla-Moderation im Guten, also Situation wo Nutzhüser sagt jetzt greifen wir mal ein.

00:28:20: Ja das

00:28:21: nehme ich immer die Moderation an mich.

00:28:24: Also mir passiert es schon auch relativ fix so, dass ich dann sage, wenn's okay ist würde ich mal kurz hier strukturieren oder so.

00:28:34: Ehrlicherweise in meinem Ehrenamt sowohl im Katastrophenschutz als auch in der Jugendarbeit kommt das häufiger vor.

00:28:41: Dass sich dann jemand sagt, Beispiel Ferienfreizeit, es ist die Gruppenleitungssitz noch zusammen und kommt zu keinem Ergebnis.

00:28:50: Dass ich dann die Hand hebe unserer Leute... hat irgendjemand was dagegen, wenn ich das hier moderiere und dann kriegen wir das hier aber auch in dreißig Minuten vom Tisch.

00:28:59: Aber da würde ich es immer versuchen transparent zu machen und so sagen... Ich hole mir jetzt das Mandat!

00:29:05: Und ansonsten, und das finde ich auch ganz wichtig Es gibt halt gute Moderation und es gibt gute Teilnahme und ich bin jemand, der muss mich immer wieder an beide Punkte erinnern.

00:29:16: Das ist vor allem das Problem derer die gewohnt sind, Workshops zu leiten, die Gruppen moderieren usw.. Aber nochmal ganz kurz zurück zur Gerilla in der Moderation.

00:29:26: Die würde sie lieber lassen und sagen eher explizit... Oder wenn man den Missstand erkennt, dann eher sieht es einholen.

00:29:34: Du hast das schon so angedeutet.

00:29:36: oder wie magst du das um dir so'n explizites Mandat dann doch zu holen?

00:29:39: Ja genau ich würde das dann ansprechen.

00:29:42: Ich habe eine konkrete Situation vor Augen da... Das war auch so ein unstrukturiertes Gespräch und so und dann hab ich irgendwie nach ein paar Minuten gesagt ganz kurz erhebt jemand Ansprüche auf die Moderation sonst würd ich das tun ist ja auch ein Framing.

00:29:55: aber da haben Leute genickt und gesagt ja mach mal.

00:30:00: Schwierig ist, glaube ich dieses Wenn es eine explizite Moderationsrolle gibt und man dann versucht die zu kapern.

00:30:09: Und da würde ich dann eher versuchen der bestmögliche Teilnehmende zu sein als die Rolle zu kaperen.

00:30:18: Jetzt gehen wir mal zurück.

00:30:19: du hast jetzt mal das Mandat und Du sollst moderieren.

00:30:23: ganz konkret wenn du jetzt irgendwie die Aufgabe vor der Brust hast Du solltest morgen zwölf Personen ... durch ein schwieriges Thema führen.

00:30:31: Was läuft dann in deinem Kopf ab?

00:30:34: Hast du deine Faustformel dafür?

00:30:35: Ja, ich habe eine Faust-Formel, die ich sehr liebe.

00:30:38: und tatsächlich noch mal kurz im Kontext dazu... Wenn ich Gespräche strukturiere, in neunzig Prozent der Fälle läuft bei mir ein Muster im Kopf ab!

00:30:48: Und das entlastet mich total weil es mir selbst Orientierung gibt.

00:30:57: Genau, ich kann das gerne sofort gleich nochmal erklären.

00:31:00: Ich würde aber noch einen Punkt vorne anfangen.

00:31:03: also Mandat haben wir geklärt Dann ist es glaube ich nicht glaube ich.

00:31:07: also dann ist es zu Beginn wichtig Moderationsrolle einmal explizit machen.

00:31:12: Also dass auch alle wissen hier da moderiert jetzt jemand so Auch das wird ja gerne vergessen.

00:31:19: Und dann in der gedanklichen Logik begehen glaube ich viele Leute den Fehler dass sie ein Meeting oder eine Diskussion immer als ganze, also ... Moment, ich ... Ist mir auch noch nicht passiert.

00:31:32: Ich musste kurz niesen!

00:31:35: Dass Leute so ein Meeting als eine lange Gesprächssequenz sehen und da darf man sich's leicht machen, indem man einen Meeting in ganz verschiedene Sequenzen teilt.

00:31:48: Und meistens sind das einfach die einzelnen Agenda-Punkte.

00:31:52: Die folgen dann immer wieder derselben Logik.

00:31:56: Aber zuallererst, ne?

00:31:58: Jeder Agenda-Punkt ist ein Gespräch, das strukturiert wird und so kann ich dann sehr gut mich durch so einem Meeting durcharbeiten.

00:32:08: Das

00:32:08: Erste, was du magst, ist runterzubrechen auf Module oder einzelne

00:32:14: Abschnitte

00:32:14: ...

00:32:15: Genau.

00:32:16: Und

00:32:16: dann näherst du dich diesen einzelnen Abschnitten.

00:32:18: Dann nähe ich mich den einzelnen abschnitten.

00:32:22: Die folgen bei mir immer derselben Logik.

00:32:25: Wir haben das jetzt auch für ein Buchprojekt, dass bald rauskommt.

00:32:30: Auch nochmal sehr dezidiert niedergeschrieben.

00:32:32: Wir nennen es drei C-Modell und die drei Cs stehen für Center Collaborate and Close.

00:32:40: Das sind so drei Phasen, die immer wieder kreislaufförmig wiederholt werden Sowohl in Workshops, aber auch in der Form wie man Gespräche strukturiert.

00:32:54: Und ich würd sagen ... Sollen wir einfach mal ... Erklemmen kannst du?

00:32:57: Genau!

00:32:58: Ich würde glaube ich zu jeder Phase ein bisschen was sagen.

00:33:01: Also zuerst Center.

00:33:03: Center meint nichts anderes als gemeinsam Fokus herstellen.

00:33:08: Wie mache ich das in der Moderation?

00:33:11: Naja durch eine Kontextualisierung.

00:33:13: Wir machen einen Agenda-Punkt auf und sagen lieber Konstantin Du hast das Thema Arbeitszeit auf den Sommerfest hier eingebracht.

00:33:24: Erklär uns einmal, worum geht's?

00:33:27: Dann beschreibst du mir das und ich bei mir im Hinterkopf rattet immer so warum, wozu wir?

00:33:33: und heute altes Kontextualisierungsmodell von Ebert von Stahl.

00:33:37: also warum vor welchem Anlass, vor welchen Vorgeschichten kommen wir jetzt zusammen?

00:33:41: Wozu?

00:33:42: aller, allerwichtigste.

00:33:43: Mit welcher Zielsetzung?

00:33:45: Willst du einfach nur eine Information?

00:33:46: Willtest du eine Entscheidung haben?

00:33:48: Willest du Beratung haben?

00:33:50: Wir?

00:33:51: also warum diskutieren wir das gerade eigentlich in dieser Runde?

00:33:54: Weil es macht einen Unterschied ob Leute aufgrund ihrer persönlichen Expertise gerade eingeladen sind sich zu äußern oder als Vertreter von der Fachabteilung.

00:34:02: und heute... Also warum hat das heute eine zeitliche Relevanz?

00:34:07: Das heißt Jeder Punkt startet mit dem Zentren und das Erste vom Zentren ist, kontextualisieren.

00:34:13: Dass alle wissen, worum es geht.

00:34:15: Also da ist deine Rolle als Moderatorin dafür zu sorgen, dass da einmal alles auf den Tisch kommt ...

00:34:24: Ja, dass alle gemeinsam ausgerichtet sind?

00:34:28: Dass wir gesentert sind, dass wir wissen... Wozu, warum wir heute?

00:34:33: Warum reden wir hier und erst wenn das geklärt ist können wir zielführend diskutieren.

00:34:38: Und naja wir kennen das in unserer Businesswelt.

00:34:43: also Alignment Strategie ist keine Kontextualisierung.

00:34:49: da brauchte schon zwei drei Sätze mehr und meistens kommt diese Kontexturalisierung halt von den Leuten die den Punkt einbringen.

00:34:59: Und wenn die sich damit schwer tun, frage ich nochmal und sage danke Konstantin für dein Punkt.

00:35:05: Sag noch mal für diesen Punkt jetzt was ist genau das Ziel für heute?

00:35:09: Oder was brauchst du jetzt von den Menschen?

00:35:12: oder warum drängt das Thema gerade?

00:35:15: Genau das hilft schonmal.

00:35:17: Zentren gemeinsam ausrichten fokussieren.

00:35:20: Der zweite Punkt und dann ist man mit dem Center auch schon durch Grundsatz der Gespräche super, super, viel effizienter macht.

00:35:28: Immer Verständnis-Fragen vor Statements!

00:35:31: Weil Menschen sind unterschiedlich schnell und der eine sagt... Also der eine hat noch Fragen die andere ist gedanklich schon weiter Und dann an der Stelle trifft ein Gespräch meistens schon auseinander.

00:35:46: Aber deswegen immer nach der Kontextualisierung zuallererst Was sind eure Verständnisfragen?

00:35:51: Welche Fragen habt ihr?

00:35:52: verständnisfragen habt ihr dazu?

00:35:57: Und die Frage verstehe ich richtig, dass du uns alle für Arbeitszeitbetrüger hältst.

00:36:01: Ist keine Verständnisfrage sondern ist schon ein Statement.

00:36:07: Aber ich merke auch selber immer wieder, ich stelle die Frage zuerst oder ich sage es einfach... Jetzt erstmal Verständnis fragen, bevor wir wirklich einsteigen.

00:36:18: Ich merke richtig jedes Mal in den Gesichtern von Teilnehmenden nicht von allen aber von vielen wie das so mal so ein Reset macht.

00:36:24: die waren schon auf dem Sprung zu kommentieren weiterzumachen und dann überlegen sie nochmal habe ich es überhaupt verstanden was auch interessant ist?

00:36:32: ja und also In den allermeisten Fällen gibt es einfach noch verständliche Fragen.

00:36:38: Gerade bei komplexeren Themen und so.

00:36:41: Und dadurch, dass wir aber wirklich erst mal Center ein Verständnis fragen klären.

00:36:45: Alle wissen worum's geht.

00:36:46: Das fühlt sich im ersten Moment langsam an... ...aber das ist eigentlich der Punkt, der es am Ende effizient und nachhaltig macht.

00:36:52: Okay jetzt haben wir gesagt du hast eine Moderation vor der Brust.

00:36:57: Dann denkst du dir erstmal, ich breche es runter auf einzelne Teile und in jedem Teil da gehen drei Schritt durch.

00:37:02: Und der erste Schritt ist dieses Center.

00:37:05: Ich hole erst mal alles auf den Tisch.

00:37:06: Ich sorg dafür dass wir einen sauberen Startpunkt haben.

00:37:10: dann kommt das zweite C. was kommen dann?

00:37:12: Collaborate also wirklich gemeinsam an einem Thema arbeiten?

00:37:18: In Gesprächen ist es dann häufig die Diskussion.

00:37:20: Also du versprechen das eigentliche Bearbeiten des Themas und da nutze ich total gerne verschiedene Moderationshilfen.

00:37:30: So, Moderationthilfe sind kleine, also kleine methodische Einschübe, die es einfacher machen, dass ein Thema in der Gruppe besprochen wird.

00:37:41: Hast Du einen Bestoff?

00:37:42: Mhm.

00:37:43: Ja, ja ... wie viel willst du?

00:37:45: Besten drei

00:37:47: erst

00:37:48: mal!

00:37:48: Wir fangen mit den besten Dreiern an.

00:37:50: Ich hab auch jetzt hochgepokert, weil tatsächlich in der Konzeption von unserem Moderationstraining, wir gucken uns immer ganz genau an, wir arbeiten verschiedene Hellos und so.

00:37:59: Man meint hier immer, man muss eine Million verschiedene Spielarten und Methoden kennen, glaub ich nicht.

00:38:04: Also kenn mal lieber Vier-Fünf und mach die gut, dann funktioniert das schon.

00:38:09: Okay.

00:38:11: Erster Punkt.

00:38:11: Etwas das erste Moderationshilfe, was viele Menschen kennen ist das gemeinsame Gesprächszeichen und da sicherlich in der agilen Welt am bekanntesten der ELMO.

00:38:22: Also ELMO jeder kriegt eine Karte.

00:38:25: Da ist ein ELMO aus der Sesamstraße drauf visualisiert.

00:38:29: Der heißt enough let's move on und es ist quasi das Zeichen für okay.

00:38:34: jetzt ist langsam alles zu dem Thema gesagt.

00:38:37: lasst uns weiter machen.

00:38:39: so Konzert, wie stehst du zum Elmo?

00:38:41: Weil ich glaub da gibt's ein paar Feinheiten auf die man achten muss.

00:38:45: Aber...

00:38:46: Ja, aber dann dürfen wir das Repetal jetzt nicht mehr aufmachen, sonst fallen wir da zusammen rein!

00:38:52: Ich finde den Elmo in der Theorie richtig gut.

00:38:56: Ich hab auch eine gewisse Meinung dazu, wie man den benutzt.

00:39:00: Ich bin der Meinung jeder hat einen Elmo, jeder hat ne Karte in der Hand, wo es strauftet enough let´s move on und darf damit in einem Gespräch markieren, ich kriege jetzt hier aktuell kein Mehrwert mehr raus.

00:39:12: Ich habe das Gefühl es ist jetzt genug wir können weitermachen und dass es eher eine Hilfestellung für die Person demoderiert zu sehen.

00:39:20: okay Achtung da ist jemand Für den tritt sich die Sache gerade im Kreis Und die Person die spricht zieht das grad.

00:39:29: Wenn sie der Meinung ist, den Satz beenden würde ich ihren Punkt fertig machen und dann kann man weitermachen.

00:39:37: Es ist auf alle Fälle kein Gesprächsabbruch.

00:39:40: Das

00:39:40: ist ganz wichtig!

00:39:41: So ein bisschen irreführend weil dieser Elmo halt rot ist in der Sesamstraße und das ist keine rote Karte.

00:39:47: Ich finde es schöner an unseren Elmo-Karten ist wer die kennt da ist auf der Rückseite noch eine Oscar drauf ok stop cancel and resume.

00:39:56: Ich habe den Oscar noch nie in Aktion erlebt, weil ich der Überzeugung bin dass der Elmo an sich wenn man ihn verwendet gut funktioniert.

00:40:02: Aber der Oskar zeigt super es gibt eine Eskalationsstufe zum Elmo also kann der Elmo ja nicht sein.

00:40:07: wir brechen jetzt das Gespräch ab weil da gäbe sehr theoretisch noch ein Oscar

00:40:12: und das gesagt

00:40:13: darf ich noch in der Praxis erlebe ich den Elmo aber viel zu wenig.

00:40:20: Das muss schon eintrainiert sein mit einer Gruppe.

00:40:23: Und wenn ich eine neue Gruppe habe, dann muss ich das schon mal vorleben als Person die moderiert und die Karte einführt.

00:40:31: Wenn man das nicht macht hab ich's Gefühl bleibt da doch auf dem Tisch liegen und wird erstmal nicht genutzt.

00:40:37: Es ist sicherlich nicht die niedrigschwelligste Methode für neue Gruppen.

00:40:42: Du sprichst im Prinzip alles an, was ich auch unterstreichen würde.

00:40:46: Also ELMO ist jetzt nicht fertig, sondern die Hoheit ob noch weiter diskutiert wird oder nicht liegt auch schon nochmal in der Moderation.

00:40:56: Ansonsten kann ich ja als einzelner Teilnehmer alle unangenehmen Themen einfach weg ELMO'n.

00:41:01: und es aber ein häufiges Missverständnis beim ELMO.

00:41:05: Du hast jetzt mit zum Augenzwinkern gesagt, Achtung, Rabbit Hole.

00:41:08: Ich weiß nicht, ob du damit auf unsere Kollegin Hannah anspielst?

00:41:12: Ja, okay ... Ich dachte

00:41:13: immer in mir keine Namen!

00:41:15: Genau, nee.

00:41:17: Unsere Kollegin Hannah Nagel, gerade viel in der Schweiz unterwegs und die hat für eine Gruppe, mit der sie zusammenarbeitet, Rabbit-Hole-Karten eingeführt ist einfach ein anderes Zeichen für, wir könnten ewig über dieses Thema diskutieren.

00:41:31: aber lass uns mal weitermachen.

00:41:33: Und mir ist wichtig, wenn wir Leute im Menschen in Moderationsschulen das die nicht sagen okay ich können Elmo.

00:41:41: Sondern dass sie verstehen ne es geht um die Mechanik dahinter.

00:41:44: Wir geben uns als Gruppe ein Zeichen für eine Falle in die wir immer wieder reintappen und dann ist es ok dieses Ding zu ziehen.

00:41:51: So deswegen ob's Elmo Rabbit Hole Karten sind oder so Ist egal.

00:41:56: Das kann auch alles andere sein.

00:41:58: Das für mich auch noch mal, jeder geb ich dir absolut recht.

00:42:01: Was Hanna ja da gemacht hat war ultra smart.

00:42:03: die hat gemerkt der Elmo wird nicht gezogen weil die Leute aus welchem Grund auch immer da eine Hemmung haben das zu tun und hat reagiert ihm den sie einfach ne andere Karte angeboten hat Die wissen wir beide die gleiche Funktionen im Endeffekt erfüllen sollte Und plötzlich hat es funktioniert.

00:42:22: also hat sich denn eigentlich Sinn erkannt und hat die Hemmungen sein lassen.

00:42:28: Und das Problem um den Shift, von daher falle ich ziemlich smart darauf so zu reagieren und gebe dir völlig recht.

00:42:34: Am Ende geht es um die Funktion nicht um die Karte also das Verständnis dahinter.

00:42:39: Sehr gut!

00:42:39: Also Elmo als eine Moderationshilfe dann Lean Discussion Time Boxing finde ich eine extremst wirksame Moderationshilfe in dem ich sage okay wir haben jetzt Sechzig Stunden Zeit für unsere Meeting.

00:42:54: Wir haben vier große Themen auf der Agenda, wir machen es uns einfach.

00:42:58: Jedes Thema kriegt ... Fünfzehn Minuten?

00:43:02: Geht das auf?

00:43:02: Ja!

00:43:03: Ähm... Das musst du kurz rechnen.

00:43:07: Dann ziehen wir ein Timekeeper auf, also visualisieren einmal diese Timebox und dann wird diskutiert.

00:43:13: Und wenn die Zeit abgelaufen ist, schauen wir uns in die Augen und sagen Krieg das Thema noch mal mehr Zeit oder nicht?

00:43:19: so.

00:43:20: Aber dass man einen bewussten Endstopppunkt hat, wo man sagt jetzt.

00:43:23: Und das kann auch dann wieder sein alle Hand hinter den Rücken ein zwei drei ne?

00:43:28: Aber dass das allen bewusstes Zeit ist begrenzt und kostbar und wir vergewissern uns im Prozess nochmal ob wir tiefer über das Thema reden oder nicht.

00:43:38: Was

00:43:38: sagst du über jemanden, der sagt, jetzt kommen wir, wenn das Thema so groß ist.

00:43:43: Dann können wir nicht abbrechen?

00:43:45: Ja, Transparenz, dann sage ich ja, es ist okay.

00:43:47: Wenn das mehrheitsfähig oder anschussfähig ist, dann können wir darüber reden.

00:43:52: Dann kann ich euch aber nicht versprechen, dass wir die anderen Themen noch besprechen.

00:43:56: Also kommt auch vor, dass man sagt, dieses Thema ist aber so wichtig, da müssen wir alle durch ... Wichtig ist, dass die Gruppe weiß.

00:44:05: Im Zweifel fallen dann Themen vom Tisch und dann können sie immer noch mal gemeinsam ausklamüsern, ob das zielführend ist oder nicht.

00:44:14: Aber diese Transparenz herzustellen, das finde ich auch eine Rolle der Moderation.

00:44:18: Und es ist vor allem da nicht eine Person, die alleine entscheidet.

00:44:20: jetzt reden wir darüber weiter?

00:44:21: Ja.

00:44:23: Sondern ist die Gruppe, die irgendwie entscheidet okay dafür nehmen wir uns jetzt die Zeit.

00:44:29: hab du vor kurzem, das muss ich sehr anonymisiert beschreiben.

00:44:32: Vor kurzem jemanden Spern der in einem sehr politisierten Umfeld unterwegs ist wo es durchaus mal vorkommt dass wenn man weiß Tagesordnungspunkt elf passt mir nicht dann versucht man auch in abgesprochener Form zwischen also die Tagespunkte neun bis zehn so lang zu ziehen, dass dann die Sitzung leider vorbei ist und so.

00:44:59: Also das sind sicherlich Extremfälle aber solche Spielarten gibt's auch.

00:45:04: Und wenn solche Spielarteneinsuch gehalten, macht es total Sinn auf eine professionelle Moderation zu setzen.

00:45:09: Das ist nicht mehr Hausapotheke.

00:45:11: Absolut!

00:45:14: Dritte

00:45:14: Moderationshilfe?

00:45:16: Da wäre jetzt schwierig mich zu entscheiden... Ich nehm die Blitzsichtrunde.

00:45:21: Und Blitz-Sichtrunden heißt nicht ... Ja, ja!

00:45:26: Genau, Blitzssichtrunder heißt nichts anderes als jede Person sagt kurz, manchmal wegen dreißig Sekunden was zu dem Thema.

00:45:33: Ich halte dir aber grunddynamisch für total sinnvoll.

00:45:37: Einmal machst du also ... Du kannst damit supergut in eine Diskussion starten.

00:45:42: Verteilst da dich zu Beginn schon mal die Redebeiträge gleich zum anderen.

00:45:48: muss halt jede Person Farbe bekennen und ja man beugt zum paar Sachen vor, dass man denkt so ich warte mal ab ob wer anders vielleicht den kritischen Punkt highlightet oder nicht.

00:46:04: Oder ob alle schweigen weil in dem Moment wo alle sprechen.

00:46:08: also wo ich weiß jeder sagt jetzt was bin ich halt gezwungen auf Farbe zu bekennen.

00:46:13: Ich mache es total gerne auch als Musterdurchbrechung, wenn ich das Gefühl habe, jetzt diskutieren nur noch zwei.

00:46:18: Dass ich alle wieder mit da reinhole.

00:46:20: und der letzte Punkt – oder du weißt aus unserer gemeinsamen Zusammenarbeit eine Blitzsichtrunde gibt auch nochmal der moderierenden Person Zeit kurz zu überlegen wie kann's weitergehen?

00:46:33: Aber auch da meine Erfahrung, wenn ne Gruppe schon lange diskutiert hat man merkt ist kommen zum Ende aber sie kommen nicht so ganz in einem Ergebnis Da.

00:46:41: eine Blitzlichtrunde reinzuschieben, nochmal kurz von jedem was zu hören, sorgt meiner Erfahrung nach meistens dafür dass die Gruppe dann sehr schnell auch zu einem Ergebnis kommt.

00:46:51: Ja ich beobachte immer wieder das sich Gruppen einfach festfahren in der Gesprächsdynamik und es ist gar nicht viel Bedarf um sie so ein bisschen raus zu stupsen und dann wieder in konstruktivere Fahrgewässer zu kommen weil sie sich wie festgefahren haben und man muss ihnen helfen da wieder rauszukommen.

00:47:11: Ja, total.

00:47:12: Total!

00:47:13: Also ich glaub für eine Musterdurchbrechung ist wieder so ein hochtrabendes Wort.

00:47:18: Aber einmal zu gucken wir haben jetzt fünf Minuten Ping-Pong zwischen Konstantin und Lutz gespielt.

00:47:23: Jetzt gucken wir mal was die Lara noch dazu sagen hat.

00:47:26: Es ist ein total wirksamer Moderationshebel.

00:47:32: Jetzt haben wir noch ... Ein C haben wir doch.

00:47:35: Wir haben jetzt schon Center, wir haben Collaborate Close Field.

00:47:41: Was machen wir in der Moderation?

00:47:44: Und vielleicht insgesamt zum drei C-Modell.

00:47:46: Ich glaube, man muss als Moderator und als Facilitator die Modelle benutzen.

00:47:50: im beiden Kontexten... ...muss man darauf achten dass alle diese Phasen ihren Platz finden.

00:47:56: Es gibt Leute die sehr gut sind im Center und es gibt Leute wie sehr gut sie in Kollaboration anzuschließen.. ..und es gibt leute die sehrgut sind im Close, im Ski erschließen Wobei ich sage, dass das Close vergessen wird und deswegen die lange Einleitung.

00:48:09: Das beobachte ich am häufigsten.

00:48:11: Dass lange diskutiert wird?

00:48:12: Und dann sagt man ja okay nix so Punkt!

00:48:17: Deswegen ist das Close so radikal wichtig.

00:48:20: Ich sag immer hinterlasse den Raumbesen rein.

00:48:23: Niemand muss sich die Ergebnisse vom Boden aufsuchen.

00:48:25: Naja...und wie mache ich das?

00:48:26: Also erster Punkt und so einfach es ist.

00:48:29: Das gesprochene Wort verflüchtigt sich sehr schnell Und viele Menschen legen so gesprochene Ergebnisse dann doch sehr schnell einfach.

00:48:38: Also füllen die Lehrstellen, die sie da im Verständnis haben mit dem was Sie glauben verstanden zu haben und deswegen das kurze Ergebnis von einem Punkt einmal niederschreiben kurz auf nem Post-it, auf nem Miroboard, auf ner Flip-Chart.

00:48:53: wir halten fest dass oder ab jetzt gilt das Oder wir haben gerade noch kein Ergebnis, aber Zwischenstand ist.

00:49:01: Also wirklich einmal kurz zu visualisieren oder wenn visualisierend aus welchen Gründen auch nicht geht es ein mal in prägnanter Form sprachlich hervorheben.

00:49:12: Kurze Stille alle schauen sich in die Augen.

00:49:14: haben wir das selber verständnis?

00:49:16: gehen wir das mit?

00:49:17: okay?

00:49:18: und dann auch dieses ganz bewusste vielen dank.

00:49:22: damit ist dieser punkt geschlossen.

00:49:26: wir kommen zum nächsten.

00:49:27: Also wirklich, dass alle immer wissen wo sind wir gerade.

00:49:31: Und ein gutes Closing die Ergebnisse nochmal hervorholen diese kurze Stille auszuhalten und das aber auch wirklich einfach zu visualisieren, zu verschriftlichen extrem relevant.

00:49:45: Und meine Erfahrung nach ist auf wenn man diesen dramaturgischen Punkt am Ende nicht sitzt vielen Dank.

00:49:50: damit ist dieser Punkt zu.

00:49:52: Wir kommen zum nächsten Dann dauert es nicht lange und Punkte werden immer wieder aufgemacht.

00:49:59: Immer wieder runter, ne?

00:50:00: Und das ist relativ einfach.

00:50:03: Also Sachen noch mal ja nochmal abzuschließen.

00:50:08: Man muss sich nur halt daran zwingen weil man denkt jetzt haben wir schon so lange darüber geredet Jetzt wissen doch eigentlich alle was is.

00:50:13: Nee, wissen sie nicht!

00:50:15: Und jeder von uns kann glaube ich eine Million Beispiele aus seiner beruflichen Praxis bringen wo lange diskutiert wurde gut diskutiert worden die Leute doch mit einem sehr unterschiedlichen Verständnis auseinandergegangen sind.

00:50:25: Ja,

00:50:26: absolut.

00:50:27: Riesenprobleme sehe ich auch immer wieder.

00:50:28: Kündigungsgespräche?

00:50:30: Da wusste eine Partei nicht, dass hier am Ende gekündigt wurde!

00:50:32: Also ... Das war schlecht moderiert.

00:50:36: Schlecht moderiert, ja.

00:50:38: Genau.

00:50:39: Jetzt kurz vom Checkout bevor wir zum Ende kommen.

00:50:44: Jetzt hast du schon richtig viele Tipps geteilt.

00:50:46: Wir haben vieles angesprochen, auch ganz konkret.

00:50:48: Moderationshilfen aber schon Center schon dann Collaborate und jetzt auch noch Close, da waren einige Tipps dabei.

00:50:56: Einige Verhaltensregeln.

00:50:59: Wenn man jetzt... ich glaube wenn man Crack ist und es hört, hat man einige Impulse die vielleicht neu sind, einige bekannte dabei und dann kann man was mitnehmen.

00:51:06: aber wenn ich jetzt sage das klingt nach mir dieses Moderationstraining das würde ich gerne machen Was davon kann man lernen?

00:51:16: von dem Thema Moderation?

00:51:18: Was kann man bei uns ... vielleicht auch im Moderationstraining davon lernen.

00:51:22: Ja,

00:51:22: das Schöne ist ja... Das ist eine ganz beliebte These von mir!

00:51:26: Das ist alles Handwerkszeug erstmal, ne?

00:51:29: Also es ist absolut erlernbar.

00:51:34: so wenn man will kann man das lernen und wenn du in unser ModerationsTraining kommst.

00:51:40: So dann steigen wir erst mal ein legen den gemeinsamen Grundstock auf.

00:51:45: Da sind eigentlich Aufgaben, Verantwortlichkeiten.

00:51:47: Typische Herausforderungen von Moderatorinnen ziehen auch noch mal so die Grenze von Formaten und Rollen klar.

00:51:54: Und dann gucken wir auf... Fallstricke und der Volksfaktoren.

00:51:58: Also was macht denn gute Gesprächsführung wirklich aus?

00:52:01: Und dann auch, was sind so entsprechende Moderationstechniken und Strategien dahinter?

00:52:05: Sich dem drei C-Modell zu bedienen ist eine Strategie.

00:52:08: Es gibt aber auch noch einiges an anderen Wegengespräche zu strukturieren.

00:52:16: Da schauen wir drauf!

00:52:17: Dann gucken wir auf Moderationshilfen und nicht nur die, die ich gerade beschrieben habe sondern viele mehr Und probieren die auch aus, gucken auf einfache Visualisierung.

00:52:26: Also es ist jetzt kein Flipchart-Kurs und so oder?

00:52:30: Aber noch mal ganz kurz wie kann ich ... und visualisieren heißt nicht malen!

00:52:35: Wie kann ich Ergebnisse gut visuell strukturieren?

00:52:39: Dann gehen wir vor allen Dingen auch darin eigene Moderationskizzen zu entwerfen.

00:52:44: also wie kann Ich mich selbst ganz individuell gut fit machen für Gespräche?

00:52:48: Und dann, das ist mir besonders wichtig.

00:52:50: Wir probieren in diesem Training viel aus!

00:52:52: Also mein Ziel ist schon, dass jeder Mensch der in dieses Training kommt und das auch will wirklich mal vorne stand, wirklich mal moderiert hat eine Gesprächssequenz strukturiert hat, wohlwollendes aber kritisches Feedback kriegt und die Chance hat es auszuprobieren.

00:53:10: so wer will also jetzt nicht?

00:53:15: Also es gibt keinen Zwang dahinter, aber meine Erfolgung ist sowohl als Mitdiskutant oder als Mensch der das vorher ausprobiert.

00:53:25: Alle lernen was davon!

00:53:27: Dann gucken wir noch auf DiebDive-Fragetechnik.

00:53:30: Diesen Thema haben wir heute gar nicht drüber geredet und machen vielleicht nur mal eine Sonderfolge zu.

00:53:36: das gute Handwerk hinter guten Fragen.

00:53:39: Moderation lebt ganz viel davon, dass ich die richtige Frage zur richtigen Zeit stelle und dann schauen wir auch noch auf richtig gut diskutieren also auch wenn es kritischer wird wie gehe ich mit Störungen um?

00:53:50: Und ganz am Ende gibt's noch ein Exkurs so zum Thema Moderation von Großgruppen also Struktur und Energie auch in großen Settings halten.

00:53:59: Fokus von diesem Training ist jetzt nicht die klassische Podiumsdiskussion aber ist passiert ja doch relativ schnell, dass dann da nicht mal acht, sondern ein paar Mehrhanseln vorhin stehen.

00:54:10: Auch da sind wir beide haben da auch eine große Freude dran und da teilen wir unsere Best Practices sowieso.

00:54:17: Wir schauen auf Meeting-Formate mit denen wir gute, also so Strukturen mit den wir gute Erfahrungen gemacht haben.

00:54:26: Füllen eigentlich fortlaufend ne Werkzeugkiste und am Ende geht man platt aber zufrieden nach Hause.

00:54:33: Klingen da zwei vollen Tagen?

00:54:35: Ja, ich bin jedes Mal wenn wir Trainings konzipieren ... ... bin ich hin und her gerissen.

00:54:40: Und es ist also tatsächlich klar man könnte auch drei Tage ... ... man könnte da auch zwei Wochen zu arbeiten.

00:54:47: Ich bin immer Fan von ... ... zweitagen die Gutschappern ... ... dann loslaufen und mehr kann man immer machen.

00:54:58: Wen erwartest du in dem Training?

00:55:00: für wen ist das denn gut ?

00:55:01: Ich würde sagen, für alle Menschen die regelmäßig Gespräche strukturieren müssen.

00:55:05: Also Meetingsleiten und das sind Projektleitungen, Führungskräfte, Agile Coaches, Menschen, die vielleicht Workshops begleiten oder in dieser spezifischen Ecke nochmal besser werden wollen.

00:55:19: aber das haben wir schon bei unserem Facilitation Training gesehen.

00:55:24: Das haben wir auch schon mit zwölf Studierenden gemacht die einfach gute Basics lernen wollten.

00:55:30: Also ich glaube, die Zielgruppe ist relativ breit.

00:55:33: Wir hatten es am Anfang über Lara und ihre Rolle auf der, wenn sie auf dem Papier stünde, dann stünde da nicht die Moderation von Gruppen.

00:55:41: Und trotzdem macht sie das regelmäßig und macht's gut.

00:55:45: Das ist vielleicht auch so ein bisschen Hinweis darauf

00:55:47: wie wir

00:55:48: eigentlich operieren müssten und haben es gar nicht recherchiert.

00:55:50: Das sind gute Brücke!

00:55:52: Also Moderation ist, finde ich sowieso nicht gekoppelt in Führungskraft.

00:55:58: Organisationen tun gut daran, Methoden und moderationskompetente Menschen in ihrer Organisation zu haben.

00:56:06: Und das kann... In die Rolle kann jeder schlüpfen.

00:56:09: Ja

00:56:10: absolut!

00:56:10: Ich sage es auch immer zum Thema Facilitation.

00:56:13: Ich glaube so Faciltation und Moderation sind grundsätzliche Fähigkeiten ... wie wir in den Neunzigern irgendwie Powerpoint-Präsentationen ... ... gelernt haben und Schulungen bekommen haben.

00:56:23: Da ist das, glaube ich, in der heutigen Zeit wichtig, ... ... Gruppen und Gespräche zu führen?

00:56:27: Ja, das unterschreibe ich sofort!

00:56:31: Check out Lutz!

00:56:33: Was machen wir zum

00:56:33: Checkout?!

00:56:34: Ich habe eine Frage noch dabei.

00:56:36: Machst du es ja jetzt schon ewig?

00:56:38: Wer dich kennt weiß, so machst du ehemalige Moderation auch Gruppenleitung... Was würdest du dir selber sagen, wenn du heute noch mal von vorne anfangen würdest?

00:56:49: Am ersten Tag an dem Du eine Gruppe moderiert hast kommst Du auf die Erde zurück als Zukunftslutz zum kleinen unerfahrenen Lutz.

00:56:57: Was sagst Du eben, wenn Du nur zwei drei Sätze sagen kannst?

00:57:00: Es geht nicht um dich!

00:57:03: Als ich angefangen habe zu moderieren, habe ich sehr schnell gemerkt dass mir das sehr große Freude gemacht und da war ich blutjungen.

00:57:14: Ich glaube, da habe ich manchmal auch zu viel Raum eingenommen.

00:57:17: Und mittlerweile kann ich... Also ich mache das mit genauso viele Freude wie vor sechzehn Jahren.

00:57:24: Das hat sich überhaupt nicht geschmälert aber ich habe auch gelernt mich zu freuen und mich dabei zurückzuhalten.

00:57:34: Vielen Dank Lutz!

00:57:35: Für den Einblick für die ganzen anderen Einblicke, die du gewährt hast Ja, für die kleinen Geschichten, die wir uns erzählt haben.

00:57:42: Und für die ganze Folge!

00:57:43: Es hat mir großen Spaß gemacht.

00:57:45: Kurzartig vielen, vielen Dank auch und nächste Woche moderieren wir schon wieder gemeinsam.

00:57:49: Habe ich in unserem Kalender gesehen?

00:57:52: Also gut.

00:57:57: Zum Schluss noch eine Frage an euch liebe Zuhörende.

00:58:00: Wann habt ihr zur letzten Meeting verlassen und gedacht?

00:58:03: das war wirklich gut moderiert Und was genau hat es ausgemacht?

00:58:07: Schreibt uns eure Gedanken, ich bin gespannt auf eure Perspektiven.

00:58:10: Das war Unboxing New Work mit Lutz Hüser und mir Konstantin Eckert.

00:58:15: Vielen Dank fürs Zuhören und bis bald!

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